Beobachtungen über Geschichte,
ÎM
179 .
' Es ist gefährlich, Aufhebung einer Beschwerde»der Geschenk einer Freiheit auf die Zeit derNoth zu verschieben. Ein Volk, welches die-sen Grundsatz weiß, ruft die Noth herbei undfreut sich des anrückenden Feindes; es wird seineForderungen hoch treiben, kann auch um gleicheBedingnisse mit dem Feind negociren, und wenneine Republik ihre Zusagen nach der Noth wiederzurücknimmt, erstirbt natürlich alle Vaterlands-liebe, oder verwandelt sich in einen Plan gerech-ter Rache gegen die Oligarchen.
180 .
In der Zeit der Noth werden alle Einrichtun-gen übereilt, und nur für die jedesmalige Krisis,nicht für die Zeit der Ruhe eingerichtet, sind da-her nachmals verderblich. Den einigen Fall nehmeich aus, wenn eine Revolution seit langenZeiten durch weise Männer vorbereitetworden, die eine Krisis, um sie durchzuse-tzen, erwarten.
181 .
Blut wird in solchen Revolutionen vergossen,die nicht von langem her bereitet sind, oder nichtmit des Volks Einwilligung geschehen; also weitmehr zur Zeit der Herstellung der Monarchie,als zur Zeit der Einführung der Republik. Au-gust ist zu mehr Grausamkeiten genöthigt, alsBrutus.
182 .
Das Haupt einer Revolution wird trachten,den Haß der andern sich zuzuziehen und Lärm zumachen, damit alle Welt aufmerke. Er wird mitden Großen in Kampf zu kommen suchen, umvon den Geringern begünstiget zu werden; unddie Geringern sind die Menge und schreiben. Er