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Johannes von Müllers Briefe an Carl Victor von Bonstetten III : geschrieben vom Jahr 1773 bis 1809 ; Briefe an Herrn Charles Bonnet : Briefe an Freunde 1 / herausgegeben von Friederika Brun
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Gesetze und Interessen der Menschen. 1t;

ratio». Welche Partei siegen will, unterdrücke alleUnterabtheilungen desFacrionengeistes unter ihrenGliedern.

213 .

Ueber den Krieg.

Natürlicher Weise gewinnen im Kampfe fürsPaterland meistens die an Zahl oder Lage dieschwächsten scheinen; denn indem sie für ihr Leben«nd alles streiten, streiten sie verzweifelt, erschö-pfen alle Listen und fürchten keine Gefahr, weilder Tod gewiß ist. Daher fängt ein kluger Feindmit Gnadenbezeugungen und Bekanntmachung deskünftigen Regierungsplanes an, damit sie gleich-gültiger werden. Auch in dieser Absicht sind dieEidgenossen den Oestreichern und Burgundern vielDank für ihre Drohungen und Insulten schuldig.

214 .

Daß Eroberung und Krieg Roms Bestimmungwaren, zeigt sich auch daraus, weil die größtenTugenden im Krieg, als an der wahren Stelle derNation geschahen, und auch am längsten im Kriegsich erhielten. Selbst in Antonius Armee gegendie Parther war der alte Geist der Subordination,Ordnung und Tapferkeit zu sehen. Selbst Anto-nius, eines Weibes Sklave, besaß noch diese mi-litärischen Lugenden und bat die Götter, übersein Haupt deö Vaterlandes Unglück zu sammeln.

215 .

Wo nicht alle kriegen können, werden die Ver-theidiger des Vaterlandes die Herren desselben.Ein Feind kann die Armee vernichten, aber wederein Pyrrhus noch ein Hannibal alle Bürger.

216.

Sobald Rom nicht mehr seine Wohnungen und3. », Müllerl fJmmti. Werke. XXXVII. 3