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Beobachtungen über Geschichte,
Tempel zu vertheidigen hatte, also die Nothwendig-keit der Kriege dem Volk unmerklicher wurde, mußteman sich entschließen, die Bürger zu besolden. Li-vius beschreibt es.
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Die Schwäche der Staaten kam von der Völker-wanderung, oder vielmehr den römischen Kaisern.Aborigines hatten die Alten gegründet, und alleRömer und alle Germanier stritten sür das Landihrer Vater mit ihren Waffen. Aber als nordischeHorden das gewaltige Rom unterjochten, wurdender Menge entnervter Unterthanen die Waffen nichtwiedergegeben, welche ihnen der Despot vormalsgenommen. Seither wurden die Kriege von einemAdel geführt, der nicht sich zu beschützen, sondernzu vergrößern dachte, unter sich selbst uneins war,und durch seine Kriege und der Könige Politik end-lich so verringert wurde, daß Miethsoldaten mußtenangenommen werden. Der Adel stritt nicht imund fürs Vaterland, sondern sah seine Wohnungals eine Beute an; vielmehr die Miethsoldaten.Die größte Staatskunst ist also, nun das Anden-ken der Eroberungen durch die Länge der Jahrhun-derte erloschen ist, die Unterthanen für die Erhal-tung der Gewalt des Monarchen zu interessiren, da-mit sie — nicht fechten (es dürfte zu gefährlich seyn,das Volk zn bewaffnen); aber — die stehendenTruppen nähren, schätzen, und was sich ohne Waf-fen thun läßt, zu Vertheidigung des Vaterlandesbeitragen. Hiezu sollen ihnen Freiheiten gegebenwerden, welche kein geringerer Fürst eines kleinenStaates ihnen geben kann. Die Verbindung derInteressen gibt allem Leben, Kraft und Unüber-windlichkeit.
218 .
Soldaten, welche nach dem Krieg abgedankt