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Beobachtungen über Geschichte,
242 .
Die Schweizer, uncultivirt und wie alle Re-publikaner auster, wurden von Awingli in seinemBrief an ihre Orte besonders durch die Wollüste derPriester gegen dieselben aufgereizt. Luther, unterMonarchen, fing mit dem Finanzwesen an, wel-ches bei uns unwichtiger war.
243 .
Vergeblich untersagen Gesetze alte Gewohnhei-ten der menschlichen Natur, nach welchen im euro-päischen wie im americanischen Norden die Wildenihr Geräthe, Vermögen und Freiheit in der Mußedes Friedens dem Zufall anvertrauen. Wie Taci-tus in Germanien, Lafitau und Charlevoir inNordamerica, finde ich in der Schweiz das Spielhäufig die einzige Ressource der uncultivirten Men-schen, welche für nichts als Louisd'ors zu fühlen,ihren leeren Geist-mit keinen erhabenen Bildernzu füllen, oder in dem Arm der Freundschaft 'zuerwärmen wissen. Die Gesetze sind thöricht, solange der Gesetzgeber die Ursachen der Unarten durchAusbreitung der Cultur nicht hebt. Das Spiel istim Verhältniß der Unwissenheit eines Volkes un-ter demselben gemein.
214 .
2n der Moral sollte von Menschenliebe undandern Tugenden im Allgemeinen keine Redeseyn; sondern von dem Detail der Pflichten jedesBürgers in seiner besondern Lage. AllgemeineMoralien nützen Partikularen nichts und sind mei-stens nur Uebungsplätze der Déclamation. Einebrauchbare Moral fängt an mit Physiologie, fahrtfort mit Psychologie (nicht mit jener transcen-dentalen über den Ursprung der Begriffe u. dgl.,sondern mit Beobachtungen über unsere Kräfteund Gemüthsbewegungen, und genauen Begrif-