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Johannes von Müller Briefe.
nen, und ewige Annalen der späten Nachwelt prei-sen werden *).
Mein Bellum Cintbricum wird gedruckt. Ichthue mir was daraus zu gute. Aber niemand kannes schätzen, als wer für historische Kritik Sinn hat.
Hier haben Sie ein Eremplar einer Abhand-lung, die ich vor zehn Monaten — seit welcherZeit meine Einsichten und Denkungsart eine gewal-tige Revolution erlitten haben — schrieb. Sieist eine Arbeit von vier Tagen. Das sieht manihr an **).
In Helveticn ist in gewissen Dingen noch Dun-kelheit. Unsere Geistlichen haben Religionsstreitig-keiten über Gesetz, Glaube, Wissenschaft und Na-tur des Menschen angefangen. Sie wollen michhineinziehen; quod supei'i.»rohibennt! — Anti-christ ist ihnen, wer feinen Verstand braucht.
Das Schlimmste für mich ist, daß hier Pflicht,dort Trieb mich nöthigen, mich auf vielerlei zu-gleich zu legen. So bleibt man ewig Stümper.Was ich am liebsten wünschte, wäre eine Bedie-nung, welche die Historie und mich zu ewigerFreundschaft vereinigte. Wäre das, so wollte ichmir getrauen, etwas Großes auszurichten.
Wie kann ich mich Ihrer Freundschaft würdig
) Der Verfasser kannte sein Vaterland noch fast garnicht, und fühlte sich theils durch einige Personen,theils dadurch gedrückt, daß er sein Feuer unterdie Formen geistlichen Standes bändigen sollte.
8. d. Vers.
') bine 17 70 zu Göttingen ^druckte, von dem Ver-fasser schon >771 in der damaligen Leipziger ge-lehrten Zeitung hesavonirte theologische Disserta;bien, ÎI. d. Vers.