Johannes von Müller Briefe. 147
mir den Aufenthalt in Helvetien unausstehlichmacht; hier scheint mir die Freiheit ausjusterben.Ich verfluche alle Fesseln meines Geistes; alle de-müthigeMittelmaßigkeit, alle orthodoxe Denkungs-sklaverei ist mir ein Gräuel.
Auch ich habe Schlvzern um seines Ruhms,um unserer und der künftigen Generationen wil-len gebeten, statt Polemiken eine bessere Universal-historie nach seinem gedruckten Ideal, Obscrvatio-ncn über die Pädagogik und russische Annalen her-auszugeben.
In dem Bellum Cimbricum — habe ich mitdem Anfang der deutschen Reichshistvrie eine Probegegeben, wie meiner Meinung nach die alte Ge-schichte einmal für allemal erschöpft, und hundertund tausend kritische Streitfragen mit eins abge-schnitten werden könnten. Ihr Recensent beur-theile diese Schrift nach der unparteiischen Wahr-heit; nur das Schimpfen (denn noch gibt es schim-pfende Kunstrichter genug) will ich mir recht sehrvon ihm verbeten haben. Vinoat veiütsg, pereatJnesnoria mea, si sciens unquam obftierim,
schrieb ich. Wegen einiger Noten hätte man michbald verketzert.
Lob und Ehre, Gnade und Freundschaft Apollsund aller neun Musen, der Beifall aller gutenGötter sey für den Recensenten des Batteur *),XVI, 17 . Ich weiß nicht, lebt der Mann in Ti-bet oder Berlin, aber versichern Sie ihn meinerwahren Hochachtung. Lange habe ich eben so ge-dacht, und bisweilen darob gelitten. Diese Recen-sion war Speise für meine Seele. Ueber die Re-cension von Michaelis Gedichten wunderte ich mich
') Cr war Herder.