118 Johannes von Müller Briefe.
sehr. Ist doch sein travestirter Virgil eine unaus-stehliche Lecture ! Warum Kanonen vor Troja pflan-zen, die Patriarchen mit Perücken abmalen — dasehrwürdige Alterthum, warum das entweihen?
„Otl, prosanum vulgus et arcco.“
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An Herrn SäckelmeisterJoseph Anton Felix von Dalthasarzu Lncern.
Schaffhausen,den 2 August 1 7 72.
Hochwvhlgeborner,
Hochzuverehrender Herr!
An Sie schreib' ich mit eben der Ehrfurcht, alsschrieb ich an einen edlen Griechen aus den Jahr-hunderten ihrer Großthaten. Der Grieche warein Held gegen die Perser, Sie streiten lange Jahreschon mit größerm Heldenmuth gegen Dvrurtheile,die ärgsten feinde unsers Vaterlandes. Der Griechewurde angefeuert durch den Beifall seiner Nationund die Thucydide und A'envphonte, welche seineThaten der Unsterblichkeit überlieferten. Noch ha-ben wir keinen Plutarch gehabt, der Sie und man-chen edlen Patrioten verewigt hätte; Sie mußten esdurch Ihre Schriften selber thun. Der Dank IhrerLaudsleute .... nun, hievon genug! Ich habe ;manchmal gegen mein Geschick gcmurret, daß es kmich unter ausartenden Helvetiern und nicht zurZeit der edlen, freien Scipionen, der Peritles undXenophon hat lassen geboren werden. Mit Enthu-siasmus hätt' ick ihre Freundschaft gesucht. „M.„Fr., hätt' ich ihnen gesagt, es sey Freundschaft„unter denen, die das Vaterland lieben! Betct