Johannes von Müller Briefe.
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„Sie ein Mädchen, die häßlich ist, und es weiß, daß„sie häßlich ist, und sich völlig darob tröstet, zu„einer Beauté demonstriren wollen. Der Himmel„weiß, ick habe all meine Tage keinen Anspruch auf„den Ruhm eines Stylisten gemacht: ich weiß gar„nicht, was Stvl ist; denn ich schreibe bloß, wie„mir der Schnabel gewachsen ist, und wunderte„mich manchmal, wenn Leute gut von meinem„Styl, z7 E- in der Vorrede zu Chalotais, spra-„chen *). Sollte indessen mein Styl, ohne daß„ich's weiß und verlange, gut seyn, wenn ich weni-„ger fremde Worte brauche: o so ist da leicht Rath„zu schaffen, und ich verspreche Ihnen künftig mehr„Deutsch zu schreiben — aber gewiß auf Kosten„der Energie und Kürze. Uebersetzcn Sie mir doch„z. E. Retraite gleich kurz und gleich kräftig! Se-„hen Sie, wie viel Nutzen ich von Ihrer Offenher-„zigkeit zu ziehen weiß! u. s. f. — Aber sollte es„wirklich solche Schulfüchse geben, die da glauben,„außer der Universität könne nichts Gutes geschrie--„ben werden? Dankbar erkenne ich alle die Vor-„theile einer Universität, besonders wo eine Göttin-„zische Bibliothek ist: aber lebhaft fühle ich sogar„auch gewisse Nachtbeile der Universitâts- Autor-„schaft, die vielleicht die Vortheile vöküg balanciren„und mich vielleicht selbst einmal determiniren, statt„der insicirten Universitätsluft eine andere freiere„zu suchen, sobald ich über meine 4» Jahre hinaus„bin."
*) Chalotais Versuch über den Kinder-Unterricht, denSchlözer, aus dem Französischen übersetzt, mit einerVorrede gegen Basedow, herausgab. Gvttinzen.1771 .