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Johannes von Müllers Briefe an Carl Victor von Bonstetten III : geschrieben vom Jahr 1773 bis 1809 ; Briefe an Herrn Charles Bonnet : Briefe an Freunde 1 / herausgegeben von Friederika Brun
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Johannes von Müller Briefe.

faffers bestimmtem Auftrag, zween berühmtem undmit Recht verehrten Theologen zu Berlin in derHandschrift mitgetheilt hatte, die den Ton dersel-ben , als für diese Zeit noch viel zu freimüthig, miß-billigten, schreibt unter Anderm:

„Sie wollen also künftig weniger theologische„Bücher recensiren: sehr wohl. Freilich hätte ich„voraussehen sollen, daß zu einem theologischen Re-„censenten eine gewisse Bedächtlichkeit, die alle Ge-„genstände nur aus einem Auspunkte betrachtet,„gehöre, und daß dabei noch eine Hin terhältig-„keit seyn müsse, die die Meinungen aus Schrau-„ben setzt, sich hinter Worte verschanzt und im„Nothfall sich, aller gewagten Meinungen ungeach-„tet, noch zum Dortrechtischen oder Tridentischen„Concilium zu bekennen scheinen kann. Ich„hatte wissen sollen, daß Ihnen, mein muthigcr„helvetischer Freund, diese Eigeuschaften eines thco-„logischcn Recensenten fehlen, und daß derselbe„Mangel, selbst unsern besten Theologen, durch„Einsicht und Wahrheitsliebe nur schlecht ersetzt„scheint. Die neuen guten Theologen zetteln eine„heimliche Verschwörung wider den Despotismus„der Dogmatik an; sie wollen daher auch den be-„sten Streiter nicht in ibrc Partie nehmen, wenn„sie merken, daß er geneigt ist, durch Schwcrtschlag„zu erhalten, was sie durch Winkelzüge zu erlangen„trachten. — Ihre Recension hat in dem kleinen„Cirkel Berlinischer Theologen, die sie gesehen haben,„ein unerhörtes Aufsehen gemacht, und ich, indem„ich sie habe vertheidigen wollen, habe darüber bei-„nahe allen Geruch der heterodoren Ortho-„dorie verloren, den ich durch Schweigen am„rechten Ort erhalten hatte. — Unsere Theologen„lieben die Freimüthigkeit und die Freimüthigen„sehr, sobald diese nur zu verstehen geben, daß sie