Buch 
Johannes von Müllers Briefe an Carl Victor von Bonstetten III : geschrieben vom Jahr 1773 bis 1809 ; Briefe an Herrn Charles Bonnet : Briefe an Freunde 1 / herausgegeben von Friederika Brun
Seite
166
JPEG-Download
 

166

Johannes von Müller Briefe.

gewinnsüchtiger Verleger, keine unkundigen Freun-de, keine Antorsucht, kein Gelddurst. Ich willlieber Ein gutes. Ein, womöglich, vortrefflichesclassisches und meinen Zeitgenossen und Nachkom-men nützliches Buch, als eine ganze Liste mittel-mäßiger Schriften herausgeben. Ich wünschemir lieber Leser, welche bedauern, daß ich nichtmehr, als welche böse sind, daß ick so viel geschrie-ben. Also werden Sie mich im Publicum sehrlange nicht mehr erblicken; bei Ihnen desto öfter,denn ich werde mehr für wenige Freunde leben.Ich finde, die Geschichtschreibung kann mit so klei-nen Bibliotheken, wie die schweizerischen sind,nicht bestehen, und nutze also lieber schon geschrie-bene Geschichten oder Materialiensammlungen zurphilosophischen Antwort auf die Fragen:

„Wer sind die tausendmal tausendWer die Myriaden alleWelche die Erde bewohnen und bewohnten —Und wer bin ich?"

Wie kann man vortrefflich seyn, wie kann mansich unsterblich schreiben, wie kann man Mensch,Bürger, Freund, Gatte, Vater seyn, wenn manso gräulich viel, wie unsere Deutschen, schreibt?Ich wüßte auch nicht, was mich nöthigte, da ichohne Verleger à mon aise leben kann und es baldnoch besser 'können werde. Recensionen bleiben vonjenem Vorsatz ausgeschlossen, denn in diese pfropfeich Bemerkungen und Probleme, die ich aufgelöstwünsche. Was sagen Sie zu dieser Denkungsart?

Im Journal helvétique , das }lt Neufchatclherauskommt, habe ich d'en Franzosen Ihre Allg.nordische Geschichte und kleine Weltgeschichte, Th. 2.angezeigt.

Seit ich lieber Beobachtungen über die Men-