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Johannes von Müllers Briefe an Carl Victor von Bonstetten III : geschrieben vom Jahr 1773 bis 1809 ; Briefe an Herrn Charles Bonnet : Briefe an Freunde 1 / herausgegeben von Friederika Brun
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Johannes von Müller Briefe.

Mit Vergnügen erwarte ich künftige Woche, vonda an lebe ich zu Bessinge, 3 Viertelstunden vonder Stadt, und entferne mich nickt von meinemFreund (Herr Tronchin will, daß ich. ihm diesenNamen gebe), als wenn ich über den See fahre,wo Bonnet zu Genthod mehr Menschlichkeit, Po- ,litesse und ausgebreitete Wissenschaften vereinigt,als ich bei keinem Gelehrten gefunden. Ich er-staunte, als ich ihn von der vaterländischen Ge-schichte mit den Kenntnissen eines Mannes, der sieschreiben will, reden horte. Sein Landgut, seineFrau, er, letzte sind meine Freunde, ersteres meinHaus. Der Herr von Bonstetten hat mit seinemFeuer mir alle seine Freunde angeworben, ehe ichhier war; und weil ich unter allen allein vollstän-dige Nachrichten von seiner Reise habe, so bin ichihr aller Nouvelliste. — Ich halte oft still, weil ichtheils so viel zu sagen habe, daß ich nicht anzu-fangen weiß, theils durch dieß uninteressante Aeugdich zu cnnuyiren fürchte. Deine Freundschaft machtmich allemal wieder muthig, dein Wohlseyn unddeine Geschickte ist mir auch lieber, als die Ge-schichte der Pocken, an welchen Ludwig XV tödt-lich liegt; lieber, als — ich will aber lieber er-zählen.

Ikr. Capitain Peyer hat den Plan, nach wel-chem Herr Pros. Saussure hiesige Schulen refor-mirt wissen will. Die Bürger, die Akademie, dieganze Stadt sind in Bewegung. Schriften überSchriften: Neflerionen eines hiesigen Italieners »gegen diesen Plan, welche auf Begehren der Bür-ger confiscirt wurden (die heutigen Prediger derFreiheit und Toleranz, Herr Nachbar Voltaire anderselben Spitze, wollen nur selbst tolerirt wer-den, wie die ersten Christen gegen die Religions-Verfolgungen predigten und bald daranf die Ketzer