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Johannes von Müllers Briefe an Carl Victor von Bonstetten III : geschrieben vom Jahr 1773 bis 1809 ; Briefe an Herrn Charles Bonnet : Briefe an Freunde 1 / herausgegeben von Friederika Brun
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196 Josamies von Müller Briefe«

gmiden, hierauf einer Hierarchie, endlich politischerFreiheit, welche im Anfang unsers Jahrhunderts» der religiösen den Weg bahnte, solgends die Indu-strie und den Handel belebte, endlich zu unserer Zeitsich in einen Enthusiasmus verwandelt, welcher sichnach der Geschichte allein bei solchen Völkern findet,welche anfangen, die Freiheit zu mißkennen und sichderselben Verlust bereiten. Dieß ist der AufenthaltIhres Freundes. Der Genfer fürchtet nichts, alsein Gespenst von Oligarchie, der Savoyarde seinenHerrn, der Berner seinen Landvogt, ich nichts, alsdie Kürze des Lebens. —

Man sendet mir aus der ganzen Schweiz Datazu einer Geschichte derselben. Was aus allem demwerden wird, sehen Sie in zwei Jahren. Ich weißes zur Zeit selbst noch nicht, arbeite aber immerfort.

Plan meiner Arbeiten: Sehen Sie den Thronvon Polen in seiner Erniedrigung zertrümmert,das Kaiserthum des Osmanen erschüttert, die Re-publiken und die kleinen Staaten der deutschen Für-sten mit Noth und in Furcht subsistiren, Frank-reich wieder aufblühen, die Armeen und Reichthü-mer von Habsburg den Grund einer gewaltigenMonarchie legen, überhaupt uns Barbaren desNordens, nachdem die große Erbschaft Roms untergroßem Gezänke endlich ausgetheilt ist, an derGründung neuer Wcltmonarchien arbeiten, undden Despotismus, so viel des Landes Natur er-laubt, durch die Réunion der Gewalt im Nordendes Hemisphäriums aufkeimen, die Freiheit amEnde ihrer großen in Osten angefangenen Laufbahnander äußersten* europäischen Gränze, in England,durch das Nativnalverderben geärgert, auf demFlnge'stach andern Küsten begriffen. Europa abersinkt zurück in die Nacht der Tyrannei. Es ist