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Johannes von Müller Briese.
ist sehr nahe bei Ihnen *). Wenn ich im Gan-zen Ihnen eine Marime empfehlen soll, so bestehtsie darin: Lesen Sie, was Sie wollen und Ihnenam besten gefällt. Wenn diese Regel wegen ihrerwenigen Austerität Ihnen verdächtig ist, so be-denken Sie, daß alles an dem liegt, sein wahresFeld, zu dessen Cultur uns die Natur qualificirthat, zu finden. Wenn Sie diejenige Wissenschaft,zu welcher Ihr Trieb Sie am mächtigsten anlockt,gefunden haben, so traue ich Ihnen genug Ge-setztheit zu, um derselben mächtig zu werden zutrachten. Sie werden sich alsdann keine Mühedauern lassen, dieser Wissenschaft Ausdehnung undTiefen zu ergründen; wenn Sie also unter derLecture das Buch gefunden haben, so vor allen an-dern Ihre Aufmerksamkeit gefesselt, Ihre Seelen-kräfte in Bewegung gebracht, und in Ihren Er-götzungsstunden andere Zerstreuungen Ihnen un-schmackhaft gemacht hat: so schreiben Sie's mir;vielleicht kann ich Ihnen unter den andern dasanzeigen, in welchem Sie fortfahren müssen, viel-leicht Ihnen rathen, wie Sie es anfangen sollen,um dieser Wissenschaft mächtig zu werden. Nie-mand ist in allem groß, jeder nur in seinem Fach,und wer kein eigenes Fach hat, ist mittelmäßigin allen Stücken. Man soll freilich die Gestaltund die Terminologie der übrigen Wissenschaftenauch wissen; hiezu werden Sie in Ihres VatersGesprächen oder bei Ihren Lehrern Anleitung fin-den. Aber nothwendig muß, wer etwas Großeswerden will, sich einen gewissen Zweck wählen.Lassen Sie sich nie bereden, es gebe Universal-
' ) Sein Baker, an welchen der Brief Num. 15 ge-schrieben ist.