Johannes von Müller Briefe. 217
risehen Kriegskunst *); nämlich ich erinnerean die Unfälle der freien Völker und an das Gluckunserer Freiheit, und nachdem ich angemerkt, daßdie Pässe und Gebirge, wie auch, daß die bloßeTapferkeit nicht hinreiche, suche ich durch alle wich-tigen Betrachtungen die Nation zu ermuntern, un-sere Milizen sowohl an große Behendigkeit und Ge-schicklichkeit in der Waffenübung, als an die Kriegs-zucht zu gewöhnen, und ich rede von einigen Mit-teln zu dieser Absicht. In diesem Capitel wird keinStaat, weder in der Schweiz noch im heutigenEuropa, getadelt, und ich habe meine hierin ge-wöhnliche Kaltblütigkeit nicht verlaugnct. Aber die-ses Capitel kann ich nun sogleich noch nicht ausar-beiten. Wenn unser Füßlin glaubt. Euer Censorsey kein Anbeter der Berge, und nehme nicht übel,daß man die Nation von dem Glauben an die Al-pen zum Vertrauen auf gute Ordonnanz zurückrufe,so haben wir nichts zu besorgen **). — SchreibenSie mir Ihre Gedanken; denn Sie können mirsagen, was ich von dem Censor in Zürich erwartenmöge. Im Grunde, da dieses Buch so geschriebenist, daß die Dinge, welche Censoren bedenklich sind,weder vom gemeinen Volk noch von allen Räthen,sondern von denen, welche in jedem Staat alleRäthe und das Volkregieren, bemerkt werden werden,können die Censoren ziemlich ruhig seyn. Auf dasTitelblatt schreibe ich nur: „Vom Ursprung derSchweiz. Durch Joh. Müller von Schaffhausen.
*) Nur der Entwurf und einige Fragmente davonsind noch vorhanden. 21 . d. H.
**) Obiges dem Censor in Bern anstößige Capitelhatte der Verfasser (nach einem frühern Briefe)ganz wieder zurückgenommen. H.