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Johannes von Müllers Briefe an Carl Victor von Bonstetten III : geschrieben vom Jahr 1773 bis 1809 ; Briefe an Herrn Charles Bonnet : Briefe an Freunde 1 / herausgegeben von Friederika Brun
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234 Johannes von Müller Briefe.

32 .

An Herrn GR. Dvhm in Berlin.

Caff-r, i9 Jur. i78 1 .

Herr von Teller hat mir versprochen, Ihnen,liebster Dohm, diesen Brief zu überbringen: ver-muthlich kennen Sie denselben bereits. Wie ver-gnügt und glücklich ich bin, ist trtr schwer zu be-schreiben. Ich besuche keinen Menschen, und habemit niemanden Freundschaft, noch genaue Verbin-dung, als mit Herrn von Schliessen. Diesenhabe ich aber so lieb gewonnen, an ihm habe ichsolche Eigenschaften gefunden, daß ich nicht geglaubthatte, nun Athen und Rom untergegangen, einenMann von so mannichfaltigen Tugenden und Ein-sichten finden zu können. Auch ist nicht leickt einTag meines Aufenthaltes verflossen, ohne daß wirbeiden Einsiedler cknander geschrieben oder gesehenhätten. Bei meinen Studien freute ich mich beson-ders, ihm das Resultat mittheilen zu können, seineGedanken zu hören, mit ihm, wie oft geschehen,zu streiten. An das Vedürfniß andern Umgangesdachte mein Herz nicht. Nun ist er freilich aufdrei Wochen in Mecklenburg, wo er Fredenhagengekauft hat: Gott weiß und er, was es mir geko-stet; ich schreibe ihm nun so, als ob er hier wäre,behalte aber alles auf seine Heimkunft: ich erwartediese mit schmerzlicher Sehnsucht, ich glaube michin eine Einöde gebannt oder zu Wasser und Brod.Wie viel besser ist's, an ihn zu gedenken, als mitandern zu leben! Doch mißfällt mir hier nichts:im Grunde kenne ich Caffel wenig, aber die Gesell-schaft scheint aus gutgesinnten Leuten zu bestehen;das beste von allem ist die Freiheit. Nicht, alsmißbrauchte ich dieselbe; der Cursus meiner Iu-