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Johannes von Müller Briefe.38 .
An N. *)
Casse!, den s März 1782 .
Ich verwundere mich nicht über Ihren Brief,wohl aber über mich selbst. Alles will ich Ihnenerzählen, wie es war. Im Geräusch der Well un-ter mühsamen Studien hatte ich vielleicht zehnoder eilf Jahre laug nie zusammenhängend überdie christliche Religion gedacht: mir schien unmög-lich, von dem, was außer dem Kreis der Sinneliegt, etwas zu wissen; daher ich auch die natür-lichen Religionswahrheiten, wie es nicht andersseyn kann, gemäß der Stimmung meines Geistes,die von zufälligen Betrachtungen oder Lectüren ab-hing, für mehr oder weniger gewiß ansah. Nichtaber blieb ich dem verborgen, den ich dazumalnicht kannte: vielmehr wurde durch eine sonder-bare Verwicklung mannichfaltiger Umstände meinGeist im Fortgang seiner Kenntnisse befördert, undich aus vielerlei Gefahren von allerlei Art, oftohne mein Wissen, wider meinen Willen gerettet.Als ich dahin kam, wo ich nun bin, unternahmich, ohne Rücksicht auf Höheres, die Arbeit, alleAlten, so viel ihrer übrig sind, in der Ordnung,wie einer nach dem andern gelebt und geschrieben,zu lesen, und alle Facta aufs genaueste zu ercer--piren: denn ich wollte mir ein wahres, vollständi-ges Gemälde des politischen, militärischen undmoralischen Zustandes aller Zeiten und Nationenentwerfen. Also fing ich bei der Ilias an; dennMosen verschob ich auf die Zeit Ptolemäi dcö
I Unbekannt, an wen? H.