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Johannes von Müllers Briefe an Carl Victor von Bonstetten III : geschrieben vom Jahr 1773 bis 1809 ; Briefe an Herrn Charles Bonnet : Briefe an Freunde 1 / herausgegeben von Friederika Brun
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Johannes von Müller Briefe.

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gegen den ich anders gesinnt wäre: doch fühle ich,daß mir unser Freund schon mehr Kraft in Selbst-beherrschung ertheilt; alles erwarte ich noch, wahr-haftig nicht als verdiente ich etwas, alles ist seinGeschenk, aber wir wissen, daß er yaQiv «vn ga-qltoç *) gibt. Wie kann ich Sie anders als zärt-lich lieben? Auch lieben Sie mich: Und wenn Sienoch für mich fürchten, so wenden Sie sich an Ihn,der alles gibt, auf daß er Ihre und meine Freudevollkommen mache. I. M.

P. 8. Dieser Brief, so wahr er ist, gefällt mirnicht, weil er mit einer Feder geschrieben ist undnicht mir Flammen; Sie sehen daraus wohl meineGeschichte, aber nicht meine Empfindung. Ich hoffewir sehen uns noch in diesem Jahr. Hundert Ideenhabe ich über die Lehre aufgeschrieben, so wie siemir kamen, aber es ist allzu weitläuftig, hierüber ei-nem so beschäftigten Mann zu schreiben. Wie einwenig Sauerteig bald in die ganze Masse dringt,so schlingt sich das Evangelium nun durch allemeine übrigen Kenntnisse und beseelt alle, wie derHauch Gottes den Erdenklvß. Nicht nur erklärtes die Geschichte, aus ihm folgt alle politische Frei-heit, alle Wunder des Heldenmuths werden zurPflicht und vernünftig dadurch. Wer aber in derFinsterniß wandelt, weiß weder was er thut, nochwohin er geht. Ist's nicht erstaunlich: das Lichtleuchtet schon mo Jahre und man sieht es nicht?

*) „Gnade am Gnade."