Johannes von Müller Briefe.
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der Dritte und andere haben die höchsten Tugen-den in ihrer Aufsicht über die christliche Welt aus-geübt. Alerander dem Sechsten den Papst vorwer-fen, ist, als wenn man aus der Geschichte Nero'swider den Kaiser schreiben wollte. Was nun ge-schieht, ist in Einem gut: die Geistlichkeit lerntauch das Joch fühlen. Eben deßwegen möchte ich siegern erhalten, denn sie wird an allen Höfen widerden seyn, der alles bedroht *).
Die Religion ist unstreittg durch den Papst er-halten worden. Zuerst machten die Wunder auf-merksam; hierauf behauptete sich die Lehre durcheigene Kraft, als das römische Menschengeschlecht,fast nicht anders als wie das vor der Sündflnth, ver-ging, bedurften die Barbaren, welche feiner Ge-fühle unfähig waren, eines Vormundes, der ausdem gelehrtesten alten Land, von unverletzlicherWürde, und als Priester zur Erhaltung des Glau-bens intereffirt wäre. Ohne ihn wären uns dieKenntnisse der Vorwelt eben so fremd, als die grie-chischen dem Türken, in dessen Residenz der grie-chische Patriarch freilich kein Papst ist. Ich bin soneu nicht, daß ich nicht wissen sollte, welcher Mit-tel der Papst sich manchmal bedient'hat; „aber wasliegt hieran ? sagt Paulus, zum Vorwand oder inWahrheit wird Christus verkündigt." Obwohl Ab-götterei und Laster die Leviten geschändet, blieb dieHinterlage des Gottesdienstes bei ihnen, bis zurVollendung der Zeit ihres Gebrauchs. In allenGeschäften frag' ich nur Eines; was will der, deralles zu unterwerfen sucht? Hierauf will ich dasGegentheil, welchen guten Schein er sich auch gibt.
Ein Bolognesischer Senator, Kammerherr des
*) Das ist freilich nun ganz anders! A- d. Verf.(IS0S.)