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Johannes von Müllers Briefe an Carl Victor von Bonstetten III : geschrieben vom Jahr 1773 bis 1809 ; Briefe an Herrn Charles Bonnet : Briefe an Freunde 1 / herausgegeben von Friederika Brun
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296 Johannes von Müller Briefe.

erklärt auch sehr gut, warum der Anti-Macchiavellgeschrieben worden.

Von den ewig wahren Grundsätzen IhrerSchrift mag ich gar nicht anfangen, denn eswäre schwer zu endigen.

Vier Fehler sind auch mir bei den meisten !menschlichen Anstalten aufgefallen. Der erste, daßdie Menschen in allen Entschlüssen aufs äußerstegehen, da sie doch in der That höchst mittelmäßigsind. Alles wird übertrieben, sonst merkt man garnicht mehr darauf. Ursache: weil unser Gefühlso stumpf geworden, daß uns die Nachtigall nichtmehr weckt, es muß wenigstens ein Uhu seyn-Der zweite, daß die Ungeduld von vielem Gutendie Früchte verdirbt. Ursache: weil wir die Un-sterblichkeit nicht mehr glauben, daher wir in die-sem Leben ernten wollen: und weil wir so engfühlen, daß sie sich selbst aus unsre Enkel nichtmehr erstreckt; alles geschieht für unser allein ge-liebtes Ich. Der dritte, daß wir uns vorstellen,die Regierungen müssen handeln, da doch ihre An-stalten ihrer Natur nach nur negativ seyn sollen.

Der vierte, daß wir wähnen, der Mensch müssenichts thun, Ruhe sey Glück, da doch Gott unsunendliche Wesen mit unendlichen Begierden ebendarum ausgerüstet, weil dadurch unser Geist ent-wickelt, und hiedurch die ganze Schöpfung ver- 1schönert wird.

Ganz zuletzt übersetzen Sie ein Capitel Mac-chiavelli's, womit ich ganz übereinstimme: es ist jaber so eine Sache mit Aristokratie, Demokratie,Monarchie, man wird so leicht mißverstanden,diese Namen werden so oft absichtlich gemißbrauchtu. s. w., daß ich fast verschwören mochte, sie vonkeiner gegebenen Verfassung mehr zu gebrauchen.

Ich kenne ohnedem fast keine, die ganz rein, zum