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Johannes von Müller Briefe.
auch der Sache vortheilhast, wenn mehr als Einerauf unterschiedenen Wegen das Gleiche findet. —
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An Herrn Canonieus Gleim in HalöersraLt.
Boissiere bei Genf, d. 8 Mai 1788.
Den Tag nach meinem letzten Brief, edler be-ster Freund, ging ich nach Göttingen, woselbst ichmit Heyne eine mir sehr werthe freundschaftlicheVerbindung erneuert, und mit Spittler eine gestif-tet. Jenen ehre ich wegen seines richtigen Urtheilsund seiner großen Rechtschaffcnheit ; am letzteren liebeich einen seltenen Eifer für gemeinschaftliche Studien,einen sehr feinen Beobachtungsgeist und angeneh-men Umgang. Da sie alle wußten, daß ich in dieSchweiz ging, riethen mir die meisten mit warmerTheilnehmung die Rückkunft, und vermochten mich,sie zu wünschen. Sobald ich wieder in Caffel ange-kommen, und nach wenigen unausweichlichen Besu-chen, verabschiedete ich mich fast weinend von Schlies-sen und von einigen andern mit Rührung. Ihnen,mein Freund, konnte ich nur einen stummen Kußüber den Harz zuschicken, zum Schreiben fehlte mirder Augenblick. Mich beunrubigt über alle MaßeIhr Stillschweigen, und ich bitte Sie bei der altenFreundschaft, meine Sorgen zu zerstreuen. VonCaffel bis auf Schaffbausen habe ich nur wenigeMenschen, und nur in Frankfurt einige Ihnen wohlnicht bekannte Gelehrte gesehen. Entzückt wurde ichüber den Wohlstand, welchen ter Bergstraße undrheinischen Pfalz die milde Natur darbeut, und so-gar die Regierung nicht ganz zerstören kann. Badenträgt Spuren der Vatersorge seines Fürsten. Ich