Johannet von Müller Briefe. ZI^
bei solchen Gelegenheiten das Ansehen zu haben,als thäte er alles aus eigenem Antrieb ohne je-mands Leitung. Diese Freude gönnten ihm diesevortrefflichen redlichen Männer herzlich gern, daes ihnen nur daran lag, daß das Gute geschah,unbekümmert, ob man es ihnen verdankte odernicht.
„In dieser Zeit brachten mich andere Angele-genheiten zum Kurfürsten, welcher mich unter an-dern folgendermaßen anredete: Mein lieber S.lSie haben gefehlt, daß Sie Ihr Billet, worin Siedie Candidate» benennen zur Besetzung der Biblio-thekar-Stelle, an den Dekan adressirten, welcheser mir geöffnet übergeben hat; das darf nicht seyn,sondern das Billet muß an mich gerichtet seyn, undvon mir allein geöffnet werden. Ich gebe Ihnenalso hiemit auf, nochmals ordnungsmäßig ein neuesBillet zu schreiben, und solches versiegelt durch denDekan Ihrer Facultät an mich zur Eröffnung ge-langen zu lassen. — Kennen Sie Müllern? (Ich)Sehr wohl, Ewr. kurfürstl. Gnaden, weil ich mitihm zu gleicher Zeit in Cassel am Carvlino alsProfessor stand! (Er) Was halten Sie von ihm,schickt er sich zum Bibliothekar? (Ich) Ewr. kur-fürstl. Gnaden, dem wüßte ich keinen an außeror-dentlicher Genialität, umfassenden Kenntnissen undeisernem Fleiße gleich zu setzen. Es wäre für unsereAkademie der größte Gewinn, wenn wir ihn er-halten könnten. (Er) Sie haben Recht, ich kenneihn, und er ist mir von Mehreren empfohlenworden."
„Statt aller andern setzte ich nunmehr einzigund allein seinen Namen ins Billet, welches DecanStrell dem Kurfürsten überreichte. Bei dem allemwar ich nicht ohne Sorgen, weil mir kurz daraufFrau von C — gelegentlich mit einer Art von An-3. ». Müll«» sämmtl. Werkt. XXXVII. Si