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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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40-aClaſt XI. Wonatliche

und Pflaumen⸗Baͤume verſetzen/ und pfropffen 3. Tage nach dem NMuen biß

zu dem Vollmond/ daß manſie befoͤrdere/ che der Safft in die Baͤume kommt.7. Jetzo ſolle man auch Staͤmme e ſetzen/ ſo man uͤbers Jahr zu pfropffen

illens.

8. Man ſolle auch nicht vergeſſen/ die Baͤume abzuwuͤrmen/ abmoſſen/ſchaben/ und die durre Aeſte abſchneiden/ und die Waſſerſchoß abnehmen/und dieſes zu Ende des Monats.

9. Die Baͤume/ ſo mit Stroh umgebunden/ ſolle man ledig machen/wann man keinen Froſt mehr zu beſorgen hat. b

10. In die kleine Vaum⸗Schul kan man jetzo/ wie oben gemeldet/ Birn/Aepffel/ Kirſchkern/ und dergleichen/ ſtecken.

11. Die Erde/ worein man die Kern ſaͤen will/ ſolle fett und gut ſeyn/ un-ter dieſelbige menget man die Kern⸗Haͤuf lein von guten Aepffeln und Birnen/und verwahret dieſe Laͤnder/ daß keine Huͤner noch Schweine dahinter kom-men. 8 8

Nota. Damit die Steine deſto ehe außkeimen/ ſo feylet mnn dieſelbige

unten und oben ſo weit ab/ biß ſie ein klein Löchlein/ wie ein Hirſchkoͤrn-lein groß/ bekommen/ und ſteckt ſie.

12. Die Kern leget man nach derFlaͤche in ein Gruͤblein 4. Quer⸗Fin-ger tieff/ deckt ſie zu/ ſo waͤchſt der Keim neben aus/ und treibet die Wurtzel ge-rad unter ſich/ und den Stamm uͤber ſich.

13. In dieſem Monat iſt die beſte Zeit Baͤume zu verſetzen/ beſſer dannim Herbſt/ nach etlicher Meynung/ welcher wir aber nicht beypflichten/ indemees wider die Natur/ und bey Pflantz⸗ und Wartung der Baͤume/ in der Clalsvon Gaͤrten/ die Urſachen ferner zu erſehen ſeyn werden; Es ſolle aber die Ver-ſetzung geſchehen/ ehe der Safft indie Stammen kommt.

14-An etlichen Orten haͤlt man auch dieſe Zeit bequem/ das Stein⸗Obſtzu zweigen/ ſonderlich Barillen/ und dergleichen/ dieſes aber ſolle geſchehen imAußgang dieſes Monats/ wann die ſcharffen Nordwinde aufhoͤren zu wehen.

15. Im Vollmond ſolle man allerhand Obſt⸗Baͤume/ Roſen⸗Stauden/Stachel⸗Beer und andere Brut verſetzen.

3 16. Fuͤr dem Vollmond ſolle man Encken brechen von Stein⸗Obſt zumweigen. 1

12. Jetzo faͤnget an die Haſel⸗Staude/ Aſpen und Erlenzu bluͤhen.

18. In dieſem Monat ſolle man das Stein⸗Obſt zweigen im Stier.

19. Jetzo kan man auch Haͤg ſetzen.

V. Im Wein⸗Garten.

1. Wann das Wetter nicht mehrkalt/ ſo faͤnget man an(jedoch mit Un-terſcheid/ nach dem Gebrauch jedes Orts /) die Reben zu ſchneiden.

2 2. Wann