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Der nützlichen Hauss- und Veld-Schule erster Theil, in welchem ausführlich enthalten, wie man ein Land-Feld-Guth und Meyerey mit aller Zugehöre ... mit Nutzen anordnen solle : worbey dann auch zugleich eine zur Hausshaltung auf dem Lande nützliche Hauss-Artzney für Menschen und Viehe, samt allerhand raren und vorträglichen Hauss-Künsten, mit sonderbarem Fleiss colligirt ... / und nunmehr mit dem lang-verlangten zweyten Theil, samt darzu gehörigen Figuren und einem vollständigen Register an den Tag gegeben durch Georg Andream Böckler
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Hauß⸗ und Feld⸗Arbeit. 18 1238

2. Wann die junge Baͤume nicht mehr fort wolten/ muß man die elbigemit Waſſer aus den Teichen und Miſt⸗Pfuͤtzen begieſſen/ damit ſolche rechteinwurtzeln koͤnnen.

3. Wann die alte Baͤume verderben wollen/ ſo thut man Saͤumiſt umdieſelbige/ ſo kommen ſie wieder zurecht; Man thut auch dieſen Miſt um diejunge Baͤume/ ſo wachſen ſie wol/ und halten das Ungeziefer darvon.

4. Man mag auch jetzo die geſteckte Mandelkern aus den Toͤpffen neh-men/ und in ſandichte Oerter oder Weinberge/ ohngeſehr zwey Glieod/ einesFingers tieff verſetzen/ dieſelbige oben mit Sand zudecken/ und fuͤr dem Wet-ter oder Kaͤlte wol verwahren.

5. Des Abends ſolle man die Raupen⸗Neſter abnehmen/ wo man hin undwieder auf den Baͤumen ſie noch findet/ wo ſie aber gar uͤberhand genommen/und der Baum voll kriechet/ ſo muß man ſie mit angezundeten Stroh⸗Buͤſchenherunter brennen/ ſonſten ver derben ſie die Baͤume/ und koͤnnen in 3. Jahrennicht wieder zu recht gebracht werden.

6. Etliche ſchrepffen jetzo auch den Baͤumen wider den Brand/ weiln aberoben gemeldet/ daß man zu dieſer Zeit den Baͤumen nicht ſchrepffen ſolle /iſt ſol-ches h. üa Nothfall zu thun/ und nach des Landes⸗Gewohn⸗und Gelegenheitzu verſtehen.

7. Den gepfropfften Reiſern/ ſo noch ſchwach/ kan man jetzo die Bluͤhenehmen/ damit ſie deſto beſſer forttreiben.

8. Um die neu⸗geſetzte Wildfaͤnge der Baum⸗Schule kan man jetzo auchSaͤumiſt legen/ darvon kommen ſie wol fort/ und ſchadet ihnen kein UUngeziefer.

9. Jetzo bluͤhen die Kirſchen/ Pfirſing/ Meſpeln/ Birn/ Aepffel⸗und Nuß-Baͤume; Und im Wald ſchlagen aus Bircken/ Eychen/ Buchen.

10. An etlichen Orten/ nach Gelegenheit des Landes/ verpfluntzet man indieſem Monat die Aepffel⸗Birn⸗Maulberr⸗wie auch Granaten⸗Baͤume/ undpfropffet dieſelbige auf Pfirſing⸗Baͤume.

V. Im Wein⸗Garten.

1. Was in den Wein⸗Gaͤrten an den Steinen/ Wurtzeln/ oder alten un-nuͤtzen Stoͤckenbefindlich/ ſolle man anjetzo fleiſſig aufleſen und hinweg thun/daß alſo den Reben nichts verhinderlich ſeyn moͤge; Man kan jetzo auch diev einſtecken/ und zuſehen/ daß man darmit die Wurtzeln der Rebennicht verletze. 1

2. Nach Gelegenheit des Orts kan man auch jetzo in den Wein⸗Gaͤrtenſencken und hefften.

Nota. Von dem Stein⸗Auffeſen iſt ſolches nicht zu verſtehen/ daß manalle Steine aus dem Wein⸗Garten oder Berg/ worauf manchmalder beſte Wein in eitel Grund 18 wachſen pfleget/ von den Stoͤcken

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