Vorbericht. v
zusammengestellt. Zu diesem Ende, d. h. zur Recht-fertigung der Urtheile, die wir nicht sowohl gefällt alsnur verkündigt, haben wir für zweckmäßig erachtet,der Lebensbeschreibung eines jeden Künstlers den Aufrißeines seiner vorzüglichsten Gebäude voran zu setzen.
Was die Wahl der Denkmale betrifft, welche dicVor-züglichkeit ihrer Urheber beurkunden sollen, glauben wiruns einer Rechtfertigung hierüber entheben zu können.Die Namen der Meisten schließen allein schon jedenZweifel aus. Die öffentliche Meinung, die gleichsaman den Rang geknüpft, den ihnen die Künstler undKenner aller Länder fortwährend zuerkannt, ist zu un-wldersprechlich, als daß wir für nöthig hielten, stedurch neue Beweise zu unterstützen. Das beigefügteNamensverzeichniß der Denkmale, deren Aufrisse wirin dieser Sammlung mittheilen, könnte allein schon zueinem chronologischen Register der Meisterwerke dermodernen Architektur dienen.
Da wir nur diejenige für die ächte und wahre Bau-kunst erkennen, welche unter allen Bauarten allein ihrenUrsprung und ihre Fortschritte, ihre Grundsätze und ihreGesetze, ihre Theorie und ihre Praxis den Griechenverdankte, und die durch die Römer verbreitet, die Bau-kunst des größten Theils der civilistrten Welt gewor-den, so müssen wir hier bemerken, daß man in unsererSammlung durchaus keine Nachricht von irgendeinemDenkmal derjenigen Bauart finden wird, die man diegothische nennt. "
" Eine eigentliche gothische Baukunst gibt es nicht. Was Hr. yustremere60 tzuillcx hierunter versteht, ist die altteutsche Baukunst, deren Studium ihmaber, nach den in seinem Werke Afters hierüber gefällten Urtheilen zu schließen,gänzlich fremd geblieben. Don der Schönheit und Erhabenheit dieses Baustylszeugen indessen die vielen, in der ganzen christlichen Welt zerstreuten Denkmale,