M i ch e l o z z o,
Florentiner-Baumeister,
welcher vermuthlich z» Anfange des XV. Jahrhunderts gebore» worden
Aie Construktionsart eines jeden Landes, worunter ich dieNatur der Materialien verstehe, die sich der Baukunst darbietenund dem Architekten gewißermaßen die Art ihrer Verwendungvorschreiben, übt stets einen großen Einfluß sowohl auf die Erfin-dung der Baudenkmale, als auf das, was man ihren Styl oderihren Geschmack nennt, aus. Toskana ist voll offenliegenderFelsenmassen, aus welchen man die größten Blöcke und diehöchsten Säulen aus einem Stücke hauen kann. Diese natür-lichen Baumittel, deren man sich ehemals zu den kolossalenConstruktionen des alten Hetruriens bediente, boten sich auchden ersten Florentinischen Architekten selbst bei den Gebäudendar, welche noch vor der Wiedereinführung der guten Architek-tur aufgeführt wurden. Große Materialien laden ohne Zwei-fel zu großen und dauerhaften Denkmälern ein. Damit aberdieser Geschmack des Großen, welcher stets mit der Dauer-haftigkeit verbunden, selbst bis auf die Construktionen derPrivaten allgemein werde, müssen nothwendig die öffentlichenSitten und die häuslichen Gebräuche dazu mitwirken. Dießwar von den ältesten Zeiten her in dem heutigen Toskanader Fall. Eine Menge der ältesten Baudenkmale, welche Theilsnoch vorhanden, Theils auf den ältesten Gemälden abgebildetsind, waren aus ungeheueren Werkstücken, deren Außenseitein Bössage gearbeitet war, aufgeführt.
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