Band 
Erster Band.
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Dioti Salvi.

als das Christenthum die heidnischen Götter gestürzt. Damalsboten eine Menge alterthümlicher Ruinen den Bauleuten völligbehauene Steine, Trümmer von Kapitälern und Säulen dar,welche die Architekten ihren neuen Bauplanen anpaßten. Dießist bei der Taufkapelle von Florenz der Fall, wo man eineMenge einander ganz fremder Bruchstücke und sogar noch einenStein mit einer sehr schönen Inschrift zu Ehren des AureliusVcrus bemerkt. Indessen zeugt der ganze Plan von Uebcrtra-gung des alterthümlichen Stnls, welcher sich in der Einfachheitdes Aufrisses, in der ganzen Anordnung und selbst in demDache dieses Denkmals wiederfindet.

Etwas Aehnliches fand, wenn man will, bei der Taufka-pellc von Pisa Statt, bei deren Erbauung allerdings auch sehrviele alterthümlichc Säulen angewendet wurden. Aber dieseBauart, der Plan, die Anordnung, der Styl der Verzierungen:Alles gehört hier Dioti Salvi an. Wenn es bloß der Kunsteines Werkmeisters bedurfte, um die Tauskapelle von Florenz aufzuführen, so forderte hingegen die von Pisa das Talent desArchitekten. Constructionsart, Styl des Ausriffes, Geschmackder Verzierung: Alles trägt hier einen originellen Charakter.Dieß will indessen keineswegs sagen, daß hier Alles besser sei.Im Gegentheile hat das Baudenkmal von Florenz mehr als einVerdienst, welches das von Pisa , zu einer Zeit aufgeführt,wo die Kunst sich von dem Einflüsse des gothischen Geschmacksnoch nicht los gemacht, nicht haben konnte. Mit zwei Wor-ten: die Taufkapelle von Florenz ist eine Erinnerung an denguten Geschmack, welcher bereits verloren, die von Pisa hin-gegen die Vorläuferin der guten Architektur, die eben wiederim Entstehen war.