Band 
Erster Band.
JPEG-Download
 

18

Arnolpho di Lapo.

denen ein anderer Platz angewiesen wurde und schritt zurVerkleidung des Gebäudes mit schwarzem Marmor von Pratv,welche noch heute alle Seiten dieses achteckigen Denkmals ziert.

Arnolpho hatte die Ehre, fast zu gleicher Zeit die beidengrößten Kirchen von Florenz aufzuführen.

Gegen 1294 erbaute er die ungeheuere Kirche zum hei-ligen Kreuze, welche seitdem nach dem Plane Georg Vasari'srestaurirt worden ist. Sie hat zweihundert und vierzig Ellenin der Länge und sicbenzig in der Breite. Das Eigenthüm-liche dieser Kirche besteht in einer gewissen Einfachheit inder Anordnung, welche noch nicht die des guten Vaugeschmacksist, aber bereits eine Abweichung von dem Verfahren undden Fußstapfen des gothischen verkündigt. In den Verzierun-gen herrscht eine Mäßigkeit, die an Dürftigkeit gränzt, dieaber, indem sie über die vermeintliche Schönheit der klein-lichen Ueberflüfiigkeiten eines eigensinnigen Styls allen Irr-thum benimmt, die Architektur zum Prinzip der Einfachheitund folglich der Größe zurückführen mußte.

Arnolpho hatte sich einen solchen Ruf erworben, daß nichtsGroßes oder Wichtiges unternommen worden, ohne daß manseine Talente oder seine Rathschläge in Anspruch genommen.Nachdem er den äußersten Umkreis der Mauern vollendet,unternahm er den kolossalen Bau des Ualarro clei 8i^uori,jetzt ?aIk, 22 o veceUio genannt. Damals war es Sitte undGeschmack, die Paläste festungsartig zu bauen. Arnolphofand diesen Geschmack herrschend und die Werke, die seinVater vor ihm ausgeführt, dienten ihm hierin zum Mu-ster. Dieser Geschmack hat sich seitdem in einem Lande fort-gepflanzt, wo die Art der Steinbrüche und die Größe derSteine denselben naturalisirt zu haben scheinen. Einige poli-litische Unistände jener Zeit erlaubten damals dem Arnolphonicht, dieses ungeheure Denkmal nach einem völlig regel-mäßigen Plane aufzuführen. Die verschiedenen und zahlreichen