Band 
Erster Band.
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58 ^ Filippo Brunelleschi .

die seltene Einsicht zu bewundern, mit welcher der Künstler, diegrößten wie die kleinsten Verhältnisse umfassend, die innerenVerbindungsausgänge, die Tagöffnungen, die Wafferableitun-gen, die Treppen und Treppengeländer bis auf die kleinsten Vor-sichtsmaßregeln zum Voraus so richtig berechnet. Was aber dieAufmerksamkeit besonders fesselte, war das System des Stein-schnitts, ihrer Verbindung und jenes richtigen Gleichgewichtsder Kräfte, die, indem sie einander widerstrebten, um sich zuvereinigen, die Festigkeit dieses großen Ganzen bewirkten.

Aber schon war das Werk weit genug vorgerückt, umAlles, was das Modell als Skizze darstellte, in dem Denk-male selbst ausgeführt bewundern zu können. Brunelleschi hatte vor seinem Tode noch das Vergnügen, seine Kuppel bisauf das Aeußere der Trommel, für deren Verzierung er Zeich-nungen hinterließ, die aber verloren gingen, und mit Aus-nahme der Laterne, welche das ganze Gebäude krönen sollte,vollendet zu sehen.

Die Kuppel der Kirche von 8ants lVIariu siel kiore hatim Durchmesser im Innern ihrer Trommel 130 Fuß. IhreHöhe beträgt vom Kranz der Trommel bis zur Oeffnung derLaterne 125 Fuß und vom Boden der Kirche bis zum Gipfeldes Kreuzes 330 Fuß. Vor dieser Kuppel war noch keinähnliches Gebäude von solcher Größe und Höhe aufgeführtworden. Der Dom von St. Markus in Venedig und derHauptkirche von Pisa können eben so wenig in Betreff derConstruktion, als der Kühnheit und des Maaßverhältnisscs mitihr verglichen werden. Sie steht hierin blos, und zwar nursehr wenig, der Kuppel der St. Peterskirche in Rom nach.Es ist sogar sehr wahrscheinlich, daß die Anordnung ihrerzwei, wenn man so sagen darf, in einander gefügten Gewölbedem Michel Angelo, der sie in der Basilika des Vatikansnachgeahmt, zur Anleitung gedient. Es ist bekannt genug,welche Achtung er vor dem Meisterstücke Brunelleschi's gehabt.