Band 
Erster Band.
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Filippo Brunelleschi.

führung kam. Cosmus sandte ihm Brunelleschi mit einemBriefe, worin er ihm sagte:Ich sende E»v. Heilig-keit einen Mann von solcher Geschicklichkeit, daßer fähig wäre, den Erdball umzukehren." DasAeußere Brunelleschi's hatte Alles, was diese Hyperbel nurnoch einer größern Uebertreibung zu beschuldigen schien. DerPapst, erstaunt über den Contrast, welchen die physischeSchwäche des Künstlers gegen seine gerühmten Fähigkeitendarbot, sagte zu ihm:Sie sind also der Mann, wel-cher im Stande ist, die Welt aus ihren Angeln zuheben?"Geruhen Ew. Heiligkeit nur, mireinen Stützpunkt zu geben, erwiederte Brunelleschi , undSie werden sehen, ob ich nicht damit zu Standekom m e."

Erzeugen große Unternehmungen große Männer, oder ver-anlassen große Männer große Unternehmungen? Es scheinthierin eine Wechselwirkung Statt zu finden. Kann man wohlzweifeln, daß die ungeheuere Kuppel der Kirche von SantaAsaria Uel kiore der Sporn gewesen, welcher das GenieBrunelleschi's aufgereizt? Aber wer begreift nicht auch,daß die Erscheinung eines solchen Genie's sein Jahrhundertbefeuern und ihm Geschmack für große Unternehmungen ein-flößen mußte. Ein allgemeiner Schwung erregte bald denEhrgeiz bloßer Privaten sogar, ihrem Namen durch die Größeund Pracht ihrer Wohnungen und Paläste Glanz zu ver-schaffen. Brunelleschi sollte noch die Ehre haben, das größteGebäude dieser Art in Florenz , nach der Kirche von Santa^ssria fiel klare, aufzuführen. Ich meine den berühmtenPalast Pitti, welcher seitdem durch Amanati vergrößert,die Residenz der Großherzoge von Toskana geworden.

Man kann mit Grund vermuthen, daß der KolossaleBaugeschmack des neuen Hetruriens eine Ueberlieferung desBaugeschmacks des alten war, wie auch, daß zu beiden Epv-