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Leon Batists Alberti.
so unverdächtigen Beifall der Nachwelt beneidet. Von einigenseiner Ferngemälden. sind ebenfalls nur noch Erinnerungen übrig.
Aber die Malerei ist ihm für zwei seiner Werke besondereVerbindlichkeit schuldig, die wir hier nicht mit Stillschweigenübergehen dürfen. Das Erste ist seine Abhandlung über dieMalerkunst, in drei Büchern, die er in lateinischer Spracheschrieb, die aber seitdem in's Italienische übersetzt, mehrereAusgaben erlebten und im folgenden Jahrhundert der Abhand-lung Leonardo da Vinci's über den nämlichen Gegenstandbeigefügt wurden. Das andere Denkmal seines Malertalentsist weniger ein Werk der Malerei, als ein Mittel, die Wir-kungen dieser Kunst zu vervielfältigen, ein Verfahren, welchesdas Gebiet derselben vergrößert, nämlich: die Erfindung desoptischen Mechanismus und der illuminirten Ansichten, welchedem Wiederschein des Spiegels ausgesetzt, mit der Naturwetteifern.
Die Gewohnheit hat uns längst mit den Täuschungen dieserErfindung vertraut gemacht; aber sie erregte und mußte noth-wendig bei ihrer ersten Erscheinung die lebhafteste Bewunderungerregen. Es scheint, daß ihr Urheber ihr bereits einen sehrhohen Grad von Vollkommenheit zu geben und zu der Täu-schung des Verfahrens an sich, auch schon jene beweglichenAnsichten zu fügen gewußt, welche die Wirklichkeit bis zumWunderbaren nachahmen. Man ging so weit, diese Erfindungmit jener der Buchdruckerkunst zu vergleichen, mit welcher sieum das nämliche Jahr 1437 gemacht worden.
Vergleicht man diese beiden Erfindungen unter dem mora-lischen Gesichtspunkte ihrer Wirkungen und ihrer Wichtigkeit,so dürfte der Vergleich ohne Zweifel unrichtig seyn; in mate-rieller Hinsicht aber haben sie ziemlich viel Aehnliches. DieBuchdruckerkunst vervielfältigt den Genuß der Werke des Gei-stes, die Optik hingegen jenen der Werke der Kunst und derNatur. Die Buchdruckerkunst erleichtert den Menschen in der