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Um die Aufmerksamkeit des Feindes zu zerstreuen, mußte der GeneralStockmaycr gegen das äußere Thor von Pont,sur,Yonne, der OberstGraf von der Lippe gegen die beiden Thore von Troyes her heftigeScheinangriffe machen, während der General Prinz Hohcnlohe/Kirch,berg Befehl erhielt, sich der Stadtmauer vorsichtig zu nähern und dieErbrcchung des Pförtchcns so schnell und so geräuschlos als möglich zubewerkstelligen. Die stürmende Colonne bestand aus den beiden Bataillonendes vierten Infanterieregimentes, mit einer österreichischen Pionnicrcompagniean der Spitze. Die Pionniere sprengten das Pförtchen ohne große Mühe,aber der so gewonnene Eingang zeigte sich durch eine kürzlich aufgeführteMauer dennoch versperrt. Inzwischen hatte General Alix den wahrenAngriffspunct entdeckt, den größeren Theil der Besatzung dahin geführt,da« Lollegiatgebäude, die angrenzenden Theile der Stadtmauer und dieDäuser zu beiden Seiten stark besetzt, und ein mörderisches Feuer gegen diewürtembcrgische Angriffscolonne eröffnet. Zu gleicher Zeit ließ er einenAusfall aus dem Thore von Bray machen, und sie in der rechten Flankeangreifen; derselbe wurde jedoch sogleich zurückgeschlagen.
Die Pionniere hatten inzwischen eine drei Fuß breite Oeffnung inder Mauer hinter dem gesprengten Pförtchen zn Stande gebracht, und nundrangen sowohl sie, als die Soldaten des vierten Infanterieregimentes indie inneren Räume. Nach heftiger Gegenwehr des Feindes bemächtigtensie sich des ganzen Gebäude«, und machten viele Gefangene, unter ihnenden verwundeten Obersten Allem«nd, Chef des Generalstabe« des Ge,nerals Alir.
Die Würtcmbcrger, noch nicht sehr zahlreich, da die Mannschaft durch„die kleine Oeffnung nur einzeln eindringen konnte")", schickten sich an,aus dem Hofe des Collegiathauses in die Stadt vorzudringen. Ein Thormit eisernem Gitter*") hemmte sie, und es unterhielt der Feind au« dengegenüberstehenden Häusern ein lebhaftes Feuer gegen die Stürmenden.Es kostete nicht geringe Mühe und nicht wenige Soldaten, bevor das Thoraufgebrochen wurde; endlich aber, nachdem der größere Theil der Mann/schaft des Generals Hohcnlohe angelangt war, und zugleich au« demoberen Stocke des Collegiathauses eine Abtheilung auf der Stadtmauer vor/rückte, drang die ganze Colonne in die Stadt, in welcher noch aus denHäusern gefeuert wurde.
Gleichzeitig hatte der Kronprinz von Würtcmberg dem GeneralStockmayer befohlen, mit dem zehnten leichten Infanterieregimentedurch das Thor von Pont.-sur.'Ponne, und dem Obersten von der Lippe,mit dem neunten Fußjägcrregimentc durch das Nebcnthor von Troyes indie Stadt zu dringen, worauf Letzterer durch die Grande/Rue mit allerSchnelligkeit gegen die Yonnebrückc vorrücken solle. Da der größere
*) Worte des würtcmbergischen Werkes, Hl. 7. Spalte 3. — Wenn die Soldatennur einzeln Lurch die Oeffnung eindringe» konnten, so ist es ein Wunder, daß auchnur ein einziger eindrang, denn der Feind hätte dann mit wenigen Leuten, die sichim Schießen und Stechen ablösten, die ganze Colonne aufhalten können.
Ikocl,, I. 285.