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Zweiten Theiles Erster Band.
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Nachmittags war. Da erfuhr Olsufieff, daß der Feind die Straße nachParis besetzt habe. Es hatte wirklich Napoleon dem Grafen Girar,din, Adjutanten des Marschalls Bcrthicr, befohlen, sich mit zweiSchwadronen vom kaiserlichen Dienste an die Spitze der Cavallcric desGenerals Doumerc zu setzen, die Pariser Straße zu gewinnen, unddaselbst die Russen auf ihrem Rückzüge zu erwarten*). Andrerseits umging

Generale machten den Vorschlag, sich unverzüglich auf Etoges zurückzuziehen, wo derWeg nach Vcrkus, dem Hauptquartiere deS Fcldmarschalls, vorbeiführt,:; doch derGeneral Olsufieff antwortete, daß er dieses nicht beschließen könne, weil ihm befohlensei, sich in Champaubcrt zu behaupten. Er fügte hinzu, vielleicht zur Ermuthigungseiner Untergebenen, daß sich Kapzcwitsch und Kleist in Sezannc befinden, von woaus sie wahrscheinlich im Rücken der Franzosen operiren würden. Unterdessenbenachrichtigte er Blücher zu wiederholten Malen von seiner Lage, wie auchdavon, daß, wie die Gefangenen versicherten, Napoleon persönlich dort anwesend sei;doch der Feldmarschall antwortete jedesmal, daß die Besorgnisse unnütz wären,daß Napoleon dort nicht sei, und daß das gegen seine Truppen opcrirende Detaschcmentwohl nicht mehr als 2000 Mann betragen könne, welche wahrscheinlich von irgendeinem Parteigänger angeführt würden- Er ertheilte auch den strengen Befehl,Champaubcrt zu behaupten, als einen Punct, der seine Armee in Vertus ') mit demSackenschen Corps in Montmirail verbinde." — WaS will Herr Michailofsky -Danilefsky die Welt glauben machen? Folgendes. Der Commandant eines russischenCorps von 4000 Mann mit 24 Kanonen, General Olsufieff, ein vielbcwährter undeinsichtsvoller Anführer, meldet seinem Vorgesetzten, dem Fcldmarschall Blücher, Laßäußerst zahlreiche Truppcnmaffcn gegen ihn anrücken, und daß seine Lage eine hoch-gefährliche sei. Und was antwortet Blücher? Es sei nichts, höchstens 4000 Mannstünden ihm gegenüber! So schnöde, will er die Welt glauben machen, habe Blüchereinen Corpscommandanten, so leichtfertig und pflichtwidrig die dienstliche Meldungdesselben behandelt! Wenn man einen edlen Menschen und großen Feldherrn, wieBlücher es war, bei Nennung dessen Namens sich die Züge jedes deutschen Kriegersverklären, verdächtigen will, muß man die Sache nicht so anfangen, daß rnan ausseinen eigenen Behauptungen widerlegt werden kann, was in dem gegebenen, wahr-haft schmerzlichen, das Andenken des greisen Helden verunglimpfenden Falle sehr leichtist. Ein Uhr war es, als Olsufieff die Generale zum Kriegsrathe berief, weil dieungeheuren Colonnen jetzt deutlich zu sehen waren; ein Uhr war es, als Olsufieffseine hochgefährliche Lage erkannte, weil er sah, daß sich diese ungeheuren Colonnenrechts und links abtheilten, um Champaubcrt völlig zu umfassen- „Unterdessen,"was doch wohl heißt, nachdem der General Olsufieff aus den vorerwähnten Umständendie Gefahr, die ihm drohte, erkannte, denn früher hätte er ja über keine Gefahrberichten können,, also nach ein Uhr berichtete Olsufieff, wie es seine Dienstpflichterheischte, an Blücher seine Lage. Michailofsky-Danilefsky nimmt an, nach BlücherSHauptquartier, nach Vertus, wo er, was wir schon gerügt, am 10. Kleist undKapzcwitsch sein läßt. Wohl mag der Offizier OlsusieffS mit der Meldung nachVertus geritten sein: aber Blücher war nicht in Vertus, er war um Mittag(eine Stunde also vor jener Erkennung der Gefahr, jenem Kriegsrathe) nach Ferc-Champenoise abgegangen *), s» daß ihm jener Offizier folgen, ihn erreichen, undmit der Antwort über Bergercs zu Olsufieff zurückreiten mußte, denn er konnteLicS doch nicht quer durch unwegsame, vom Feinde besetzte Gegenden. Man messedie Entfernungen, man berechne die Zeit, und man wird finden, daß nicht im Som-mer bei guten Wegen, geschweige im Februar bei den verderbtesten, auf die Meldungdie Antwort eher kommen konnte, als Olsufieff schon verloren war, geschweige wieder-holt. Die Thatsache ist, daß Blücher gleichzeitig erfuhr, daß Olsufieff ange-griffen und geschlagen sei. „Ehe Blücher," sagt der General Müffling (C. v. W.,S. 165), „in Ferc-Champcnoise ankam, erhielt er die Nachricht, das, der GeneralOlsufieff angegriffen und von überlegenen Kräften erdrückt wor-den sei."

ch Es war dies eine Bewegung, welche die rechte Flanke OlsusieffS bedrohte.

1) Wenn mau Geschichte schreiben will, muß man sie studrren. Blüchers Armee (Kapzewitsch uu>Kleist) war am 1l). nicht m Vertus. sondern kam zu Fere! Cyampeuvise an.

2) C. v. W., S. lt-5.