Band 
Zweiten Theiles Zweiter Band.
Seite
225
JPEG-Download
 

225

durch jene Abtheilung, welche Wimpfen über Orgelet und St. Claude

gegen Genf entsandt hatte*), völlig wieder hergestellt. Auf dem rechten

Ufer der Rhone war nunmehr das Fort Eclusc in Feindes Gewalt, und

es stand der General Marchand über die Brücke von Seysscl mit der,

hundert Mann starken Besatzung in Verbindung. Die Versuche, welchei der Graf Bubna machen ließ, sich dieses, die Straße nach Lyon sperrenden

i Forts zu bemächtigen, blieben, weil die Besatzung von den zahlreich hcrbci-

' eilenden, bewaffneten Gebirgsbewohnern**) kräftig unterstützt wurde, ohneErfolg.

AM 23. hob Marchand auf die erhaltene Nachricht des Falles vonLyon, nachdem er zuvor das Fort Ecluse geräumt und die Rhoncbrücke

bei Scyffel zerstört hatte, die Blocadc von Genf auf und trat in zwei

z Colonncn den Rückzug an. Die erste Colonne unter dem General Scr-j rant schlug die Straße von Annecy, die zweite unter dem Grafen Mar»i chand selbst die Straße von Rumilly ein.

i Der Graf Bubna, alsbald von den rückgängigen Bewegungen des^ Feindes unterrichtet, gab seinen Truppen ***), deren Zahl jetzt durch mehrere^ Verstärkungen bis auf io,vvoMann, worunter 200 V Reiter, angewachsen; war, unverzüglich Bcschl zur Verfolgung.

j In Genf blieb eine Besatzung von drei Bataillonen unter demi Fcldmarschalllicutcnant Baron Greth, welchen Bubna zum Commandanten

*) Vergleiche S. 204 dieses Bandes.

**) Hoel», II. 264, giebt die Stärke der bewaffneten Bauern zu 3000 Mann an.

***) Sie bestanden jetzt I) aus der Division des Fcldmarschalllieutenants GrafenKlebelsberg: ») Brigade des Generalmajors Zechmeister, ein Jägerbataillon (dassechste), ein Bataillon Pcterwardeiner Grenzer, ein Bataillon Warasdiner Kreutzer(gleichfalls Grenzer), sechs Schwadronen Liechtenstein Husaren; b) Brigade desGeneralmajors Grafen Bentheim, ein Jägerbataillon, ein Jnfanteriebataillon derösterreichisch-deutschen Legion, am 16. März aus Böhmen in Genf angelangt.

2) Aus der Division des Fcldmarschalllieutenants Greth: ») Brigade des General-majors Klopstein, ^ Bataillon Walliser, drei Bataillone Wenzel Colloredo, zweiReuß-Greitz, eins Vogelfang; I>) Brigade des Generalmajors Lurem, vier BatailloneKaunitz, sechs Schwadronen Kaiser Husaren; «) Brigade des Obersten Grafen Lei-ningcn, ein Bataillon Gradiskaner, zwei Rainer, eins Vogelfang'). OcsterreichischeMilikairzeitschrift von 1821, VIll. 161. Nach der ersten Beilage zur österreichischenMilikairzeitschrift von 1837,.X. 51, zählten die sämmtlichen Truppen Bubnas inder zweiten Hälfte des März 10,697 Mann, worunter 2095 Reiter und 30Geschütze. In der zweiten Beilage giebt dieselbe Quelle (S- 52) die Armee Augereauszu 27,157 Mann, worunter 2471 Reiter mit 36 Geschützen, am 15. Februar,an. „Bis zur Mitte des März," fährt Schels fort, „war diese Armee durchLinienkruppen und Nationalgarden, so wie mit Geschütz, bedeutend verstärkt worden.Sie erreichte alsdann eine Stärke von 36,000, nach anderen Angaben von 40,000Mann. Von diesen dürften nun ungefähr 10,000 Mann unter den GeneralenMarchand und Deffaix vor Genf aufgestellt gewesen sein, indeß der Marschall alleübrigen Truppen zur Deckung der Zugänge von Lyon verwendete. Genauere Angabenüber die Eintheilung und Stärke dieser Armee in der zweiten Hälfte des Märzfehlen gänzlich." Dagegen sagt Hocll, II. 263, Marchand habe an der Arve nur4800 Mann gehabt; dies ist nicht glaublich, weil der Marschall Augereau ihn miteiner so geringen Streitmacht vor Genf schwerlich zurückgelassen hätte. Auch müssendie bewaffneten Gebirgsbewohner, welche Hocl» selbst (siehe oben die Anmerkung**))bei dem Fort l'Ecluse allein zu 3000 Mann angiebt, gezahltwerden.

1) Oberst L-iningen gehörte eigentlich ,ur Brigade tkoburg und stand seit den 17. Mar; in Naniua.Vergleich« S. 204 dieses Bandes, die Anmerkung S).

11 . 2 .

15