Pantin am Nächsten. Hinter dein sechsten Armcccorps waren die Gardenund Reserven unter Barclay de Tolln, Großfürst Constantin undMiloradowitsch, staffclförmig von Livry bis Bondy aufgestellt.
Um sieben Uhr des Morgens ritt der König von Preußen mitseinen Söhnen, dem Kronprinzen und dem Prinzen Wilhelm, nachdem Schlachtfelde. Der Kaiser Alexander, noch beschäftigt, Parlcmentaireabzufertigen und seinem Minister der auswärtigen Angelegenheiten, demGrafen Nesselrodc, Aufträge zu ertheilen*), kam etwas spater dahin.
Ereignisse im Centrum.
Bon sechs Uhr des Morgens bis drei Uhr des Nachmittags.
Die Aufgabe des Centrums war, die Höhen von Romainville undBellcvillc wegzunehmen. Da es zum Angriffe schritt, während der rechteund linke Flügel noch so ferne waren, konnte der Feind, unbesorgt umseine beiden Flanken, den größeren Theil seiner Streitkräfte gegen dasCentrum verwenden. Daraus erklärt sich sowohl die Langwierigkeit alsdie Hartnäckigkeit des Kampfes, den es zu bestehen halte, aber zuletzt mitglänzendem Erfolge beendigte.
Nach dem, die Nacht hindurch unbesetzt gebliebenen Pantin schickteRajeffsky mit Tagesanbruch die russische vierzehnte Infanteriedivisiondes Generals Helfrcich vor. Die Russen eröffneten hier ein lebhaftesScharfschützcngefecht mit den französischen Planklern, welche zugleich amanderen Ende in das Dorf eingedrungen waren, Gcschützsalvcn mengtensich in das Klcingcwchrfcucr, und so war, als sich eben die Sonne überden Horizont erhoben hatte, die Entscheidungsschlacht eröffnet.
Um sieben Uhr erhielt der Prinz Eugen von Würtemberg vondem General Rajeffsky den Befehl, mit seinem ganzen Jnfantcriecorps**)nach Pantin vorzurücken. Zur Unterstützung war dem Prinzen die zweiterussische Cürassicrdivision des Generals Kretoff bcigegcbcn. Bei dem DorfePre-St.-Gcrvais, das auf steiler Höhe liegt, so wie bei dem Hofe Nouoroy,waren französische Battericcn *") angelegt, deren Kreuzfeuer die von Meauxüber Pantin nach Paris führende Straße bestrick). War schon hicdurchdas Vordringen der Russen erschwert, so mußte die Schwierigkeit, im Thaledes Ourcqkanalcs, in welchem Pantin liegt, vorzurücken, im höchsten Gradevermehrt werden, wenn sich die Franzosen auch noch des auf der Hochflächeliegenden Dorfes Romainville bemächtigten. Hicdurch würde sogar dieBehauptung von Pantin selbst sehr schwierig, wenn nicht unmöglich,geworden sein.
Es gereicht daher dem Fcldhcrrnblickc des Prinzen Eugen von
*) Plotho, III. 40S, drückt sich so aus: Der Kaiser von Rußlend folgte etwasspäter auf das Schlachtfeld nach, „weil er noch einige Parlcmcmaire und auchden Minister Grafen Nesselrodc nach Paris abfertigte". Letzteres ist jedoch sckrunwahrscheinlich, wie aus dem Empfange, welcher des Kaisers Perlcmentair Orloff(siehe S. 334 dieses Bandes) zu Theil wurde, sattsam erhellt.
Dem zweiten, bestehend aus den Divisionen Schacboffskoy und Pischnißky.
*") Vergleiche S. 313 dieses Bandes, die Anmerkung **).