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Zweiten Theiles Zweiter Band.
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welche nothwendig zum Frieden führen müßten. Obschon Marschall Mar-ti er einsah, daß eine solche Mittheilung nach einer unter den Mauernvon Paris verlorenen Schlacht keinen Eindruck hervorbringen könne,schickte er doch zur Stelle den Chef seines Gencralstabcs, General La-pointe, als Parlcmcntair mit ihr an den Oberbefehlshaber FürstenSchwarzcnbcrg. Die Antwort desselben stimmte mit der VoraussichtMorticrs übcrcin und lautete, daß der Kaiser von Oesterreich durchunauflösliche Bande an die Verbündeten geknüpft sei, daß mithin voneiner Scparatfricdcnsuntcrhandlung keine Rede sein könne. Zum Beweiseschickte der Oberbefehlshaber dem Marschall ein Exemplar der Erklärungder Souvcrainc nach dem Bruche der Unterhandlungen zu Chatillon *).

Inzwischen hatten der Kaiser von Rußland und der König vonPreußen die Fortschritte des schlcstschcn Heeres beobachtet, und da siedie Lage des Marschalls Morticr mit Recht als verzweifelt betrachteten,wurde der russische Flügcladjutant, Graf Michael Orloff, an ihn mitder Aufforderung, die Waffen zu strecken, abgesendet. Dieser Offizier trafbei dein Marschall ein, als General La.pointe von seiner Sendung anden Oberbefehlshaber Fürsten Schwarzcnbcrg noch nicht zurück war.Morticrs Blut kochte bei einer solchen Zumuthung auf, und er ant-wortete mit Stolz: „Daß die Verbündeten, weil sie am Fuße des Mont,martre ständen, darum noch nicht Paris hätten; daß die Armee sich eherunter den Trümmern der Hauptstadt begraben, als in eine schmachvolleEapitulation willigen würde; daß er übrigens, wenn er sie auch nicht mehrwürde vertheidigen können, seinen Rückzug vor und trotz dem Feinde zubewerkstelligen wissen werde." Kaiser Alexander schickte hierauf demGrafen Längeren den wiederholten Befehl, den Montmartre zu nehmen,es koste, was es wolle*").

Um diese Zeit, etwas nach vier Uhr des Nachmittags, hatte aberMarschall Marmont bereits den zweistündigen Stillstand mit dem Obcr-

*) Itoeli, II. 493 , 494. Major Schcls (österreichische Militairzeitschrift von1840, III. 283) berichtet, Marschall Morticr habe nicht nur die im Texte erwähnteMittheilung an den Fürsten Schwarzenberg gelangen lassen, sondern auch „einenStillstand auf 24 Stunden mit Beibehaltung des Status quo, nämlich der dermaligcnmilitairischen Stellungen beiderseitiger Heerestheile, verlangt, während welchem überden Frieden unterhandelt werden könne."

**) Michailofsky-Danilcfsky, II. 162. Zwar meldet dieser General nichts von derAufforderung an Mortier, die Waffen zu strecken, und er setzt die Wiederholungdes im Texte erwähnten Befehles auf die Zeit, wo Dermoloff auf der Straße vonPantin vorrückte. Es ist aber wahrscheinlich, daß die Wiederholung des. Befehlesauf die stolze Antwort Morticrs erfolgte, was auch mit der von Danilefsky ange-gebene» Zeit ziemlich zusammenfällt. Zugleich scheint sich aus dem Gesagten zuergeben, daß die Monarchen nicht aus derselben Höhe standen, von welcher der FürstSchwarzeuberg die Schlacht leitete, und ihre Aufmerksamkeit mehr dem rechten Flügelzugewendet hatten. Dies würde auch die zuvor mitgetheilte Erzählung Danilefskys(S. 377 dieses Bandes, die Anmerkung**)) erklären, welche die erste Bewilligungdes Waffenstillstandes von Alexander ausgehen läßt, insofern auch bei diesem derfeindliche Offizier erschien, und Danilefsky, der um seinen Kaiser war, nicht wußte,was inzwischen bei dem Oberbefehlshaber vorgegangen war. Es hat aber ganz denAnschein, als habe Danilefsky aus der Sendung Orloffs an Mortier, eine Sendungan Marmont gemacht.