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Zweiten Theiles Zweiter Band.
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So war nach dem hartnäckigen Kampfe, der vom frühen Morgenbis zur zweiten Nachmittagsstunde auf der Hochfläche getobt halte, jetzt inder kurzen Zeit von drei bis vier Uhr ein Sieg erfochten, der über dasSchicksal von Paris und Frankreich entschied. Die Monarchen von Preußenund Rußland ritten nach der Höhe von Bcilcville und betrachteten mit demfreudigen Gefühle, endlich am Ziele eines langen und blutigen Kampfes zustehen, die unermeßliche, vor ihren Blicken sich ausdehnende Hauptstadt,von deren Lavaboden Jahrzchnde voll Blut und Schrecken über Europasich ausgebreitet hatten. Offiziere eilten nach allen Richtungen, den TruppenRuhe zu gebieten.

Rechter Flügel.

Von halb vier bis gegen fünf Uhr.

Die bereits erzählten* *) Fortschritte der Corps der Generale Park,Kleist und Woronzoff hatten den Marschall Mortier in der viertenNachmittagsstunde in eine verzweifelte Lage gebracht. Nicht nur, daß er kaumim Stande war, die, seinem rechten Flügel gegenüberstehenden, verbündetenStrcitkräfte von den Barrieren abzuwehren, und besorgen mußte, jedenAugenblick in die Stadt zurückgeworfen zu werden, bedrohte ihn überdiesdie Gefahr, daß, vermochte auch er sich noch einige Zeit vor den Barrierenzu halten, General Langcron inzwischen den Montmartre erobere, inseinem Rücken in Paris vordringe und ihm den Rückzug über die Seine-brücken der Stadt abschneide. Da erhielt Marschall Mortier jene erwähnteMittheilung des Marschalls Marmont über seine Lage und über dieNothwendigkeit des Abschlusses einer Capitulation. Doch die Ermächtigunghiezu besaß Mortier noch immer nicht, und erst um fünf Uhr kam ihmdieselbe zu. Seine Offiziere und die des Generals Bclliard hatten denKönig Joseph, der seit langer Zeit aus seinem Hauptquartiere verschwun-den war, vergeblich gesucht.

Inzwischen war unvcrmuthet der General Baron Dejean, AdjutantNapoleons, den dieser von Dolcncourt abgeschickt hatte**), mit Verhal-tungsbcfchlcn für den Marschall Mortier eingetroffen***). Diese schriebendem Marschall vor, die Hauptstadt nicht mit nutzloser Hartnäckigkeit durchdie Waffen retten zu wollen, sondern sie vor feindlicher Besetzung dadurchzu bewahren zu suchen, daß er dem Fürsten Schwarzcnberg mittheile,Napoleon habe dem Kaiser von Oesterreich Eröffnungen gemacht,

„„Ich bin bereit. Der Herzog von Trcviso und ich werden uns sogleich zurBarriere von Parttin zu diesem Zwecke begeben. Also zur Sache: sagen Sie, daßdie Verbündeten aufhören möchten, zu schießen. Auf Wiedersehen-""

„„Ihre Truppen werden aber doch auch den Montmartre räumen?"" fragteOrloff.

„„Das muß geschehen,"" antwortete Marmont, „„da der Montmartre sichaußerhalb der Barrieren befindet.""

*) Siehe S. 364 dieses Bandes.

-) Siehe S. 299 dieses Bandes.

***) Dies ist ein Beweis, Laß Napoleon, wenn er es am 29. schon gewollt hätte,eben so gut wie Baron Dejean am 30. des Nachmittags in der Hauptstadt hätteeintreffen können.