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Zweiten Theiles Zweiter Band.
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Zehn Minuten, nachdem die Reiterei geflohen, war der Monrmartrc,den man für ein so festes Bollwerk von Paris gehalten, von den Russenerstürmt. Längeren und Rudscwitsch konnten nicht anders glauben,als daß ein so wichtiger Punct äußerst stark besetzt sei, ja der Letztere, einMann von dem unerschrockensten Muthe, hielt das Unternehmen für sogefährlich, daß er, als er zum Sturme ging, von seinen Gefährten Ab,schied nahm, glaubend, er werde nicht lebendig zurückkommen * * ***) ). Alleindas Bataillon Sappcurs-Pompicrs der Garde, 250 Mann stark"), wardie einzige Truppe, auf welche die kühn hinanstürmcndcn Russen stießen.General Bclliard hatte sie bei dem übereilten Rückzüge seiner Reitereibemerkt und ihnen besohlen, sich auf der halben Höhe des Abhanges hintereine Gartenmauer zu werfen und standhaft auszuhalten. Aber diese geringeMannschaft vermochte nichts gegen die mächtigen Colonncn des GeneralsRudsewitsch, welche so schnell den Berg erstürmten, daß die erwähnten*")Battericen nur zwei Mal mit Kartätschen feuern konnten, wodurch dieRussen doch hundert Mann an Todten und Verwundeten verloren ff).Sämmtliche Artillerie, die den Berg vertheidigt hatte, so wie die desGenerals Bclliard, fiel in die Gewalt des Generals Rudscwitsch.So wehten denn die russischen Fahnen auf dem letzten Bollwerke, auf demfür uneinnehmbar gehaltenen Montmartre, welcher nahe genug an Parisliegt, um von seinen Kuppen Tod und Verderben über Paris auszugießcn.

Als die russischen Truppen die halbe Höhe des Berges erreicht hatten,traf bei dem General Längeren die Nachricht von dem Waffenstillständeein. Es war nicht möglich. Halt machen zu lassen oder umzukehren, derBerg mußte völlig erstiegen werdenff-s). Blücher, dem der Waffenstillstandnicht sonderlich gefiel, sondern welcher der Ansicht war, man müsse dieUcbcrgabe von Paris rasch erzwingen, nahm sein Hauptquartier auf demMontmartre. Indem er von dieser wcithcrrschcndcn Höhe die unermeßlicheStadt betrachtete, brach er in die Worte aus: „Lieber als das Fernrohrrichtete ich auf das Nest meine Kanonen." Als die Ucbcrgabe dann nichtso schnell zu Stande kam, als man anfangs geglaubt hatte, ließ der eiserneHeld, in der Erwartung, es werde doch zur Beschießung kommen, vier-»ndachtzig schwere Geschütze auf dem Montmartre gegen die Stadt auf,pflanzen ss-sl-).

*) Michailofsky-Danilefsky, II. 169.

koetz, II. 169.

***) Siehe S. 381 dieses Bandes.

ch) Michailofsky-Danilefsky, ü>ick.

-j-ch) C. v. W., S. 248.

chi-j-) Blücher, von Varnhagcn von Ense, S. 433. Nach Michailofsky-Danilefsky,II. 179, ließ Langeron 84 Geschütze auf dem Montmartre auffahren; die Zahl wenig-stens wäre daher eonstant- Noch erzählt dieser russische General folgenden Zug:„Der Chef des Räsanschcn Regimentes schickte (auf die Nachricht von dem Waffen-stillstände) seine Musikanten auf die höchste Spitze des Berges, wo eine Windmühlestand. Sie ließen einen freudigen Marsch ertönen, die anderen Regimenter folgtenihrem Beispiele, und in einem Augenblicke war der Montmartre aus einem Orte,der mit dem Untergänge drohte, der Mittelpunkt der Freude geworden. An denBarrieren erschienen weiße Fahnen, «der richtiger gesagt, Tischtücher und Servietten,die an Stangen gebunden waren; in Tausenden zog da« Volk aus Paris zu den