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Zweiten Theiles Zweiter Band.
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ältesten Divistonsgcncralc der Armee, war von gleichen Gesinnungen wieder Marschall Marmont beseelt, und handelte im Einverständnisse mitdemselben. Mit Ausnahme der Generale Chastcl und Lucottc, dereng'roße Anhänglichkeit an Napoleon man kannte, waren alle übrigen vomCorps des Marschalls Marmont im Geheimnisse* *).

Die verbündeten Kricgshccre, welche am 4. in ihren Stellungenverharrten, mußten, weil Marmont noch diesen Tag hatte seinen Marschantreten wollen**), für alle Fälle in Bereitschaft stehen, und es auch, weilder Marschall vorzog, seinen Entschluß erst nach Untergang der Sonneauszuführen, in der Nacht bleiben ***). Indessen hatte der MarschallMarmont, durch Gründe, die weiter unten angegeben werden, sichveranlaßt gefunden, Essonne für seine Person zu verlassen, und dem GeneralSouham den einstweiligen Befehl über sein Corps übergeben. Es magdahin gestellt bleiben, ob Souham von dem Marschall den Befehl empfing,durchaus keine Bewegung zu machen, vielmehr dessen baldige Rückkehr zuerwarten ch), und ob die Generale, weil sie sich bedroht glaubten, den

den militairischen Ehrenbezeigungen, welche sich die alliirten Truppen gegenseitigschuldig sind, ihren Rückzug nach der Normandie nehmen können.

„Artikel 2. Dass, wenn in Folge dieser Bewegung die Kriegsereigniffe NapoleonBonapartes Person in die Hände der Alliirten fallen liessen, ihm sein Leben undseine Freiheit in einem gewissen Bezirke, und in einem, nach der Wahl der alliirtenMächte und der französischen Regierung in gewisse Grenzen eingeschlossenem Landegarantirt werden sollen.

„In meinem Hauptquartiere Chcvilly, den 4. April 1814. Schwarzcnberg."

*) ItocI», II. 574. — Der Divisionsgeneral Arrighi, Herzog von Padua, einVerwandter Napoleons, wußte von dem Vorhaben nichts, da er in der Schlacht vonParis verwundet worden, mithin nicht bei dem Corps war.

**) Plotho, III. 430.

***) Den Beweis, dass Marschall Marmont in der Nacht vom 4. zum 5. dieFahnen Napoleons verlassen wollte, liefert folgende Disposition des Fürsten Schwar-zenberg für den 4. April: „Das feindliche Corps des Marschalls Marmont wirdüber Juvissy, auf der großen Strasse bis nach Fresnes marschiren, daselbst abkochen,und sodann seinen Marsch nach den Befehlen der provisorischen Regierung fortsetzen.Das dritte, vierte, fünfte und sechste Armeekorps des Haupthceres sollen mit ein-brechender Nacht in der Verfassung sein, damit sie auf jedes Ereigniss gefasstsind; auch das schlesische Kriegsherr wird so vorbereitet sein; bis nach FrcsneS wirddas feindliche Corps durch zwei Regimenter Cavallerie des fünften Armeecorps begleitetwerden, von dort hingegen durch zwei Regimenter der russischen Reservecavallerie bisnach Versailles." Und der Eingang der Disposition des Grafen Barclay de Tollyauf den 4. April für das schlesische Kriegsheer lautete: „Da der französischeMarschall Marmont versprochen hat, heute Nacht mit seinem Corpsvon 10,000 Mann zu uns überzugehen, so ist dessen Marsch von Fresnesnach Versailles bestimmt. Da es jedoch auch der Fall sein könnte, daß Napoleonvon dem Vorhaben des Marschalls Marmont Kenntniß bekomme, so ist es unum-gänglich nothwendig, daß sämmtliche Corpscommandeurs, bis zur gewissen NachrichtLcS ruhigen Ucbcrganges des französischen Corps in beständiger Bereitschaft sind,die diesseitigen Truppen in Marsch setzen zu können." Hierauf folgen die Bestim-mungen für die einzelnen Corps: Woronzoff im Garten von Morangis, als ReserveRajeffskys; Längeren auf den Höhen bei Longjumeau am linken Ufer der Dvette;Uork und Kleist in Bereitschaft, entweder, Longjumeau rechts lassend, zur Unterstützungdes linken Flügels zu marschiren, oder über Bille-du-Bois uud Fleury einer offensivenBewegung in des Feindes Flanke und Rücken zu folgen.

ch) Siehe die Rcchtferkigungsschrift des Marschalls Marmont in der Allgemeine»Zeitung rom 4. Mai 1815, die Beilage, S. 200.