Band 
Erster Band.
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Sän Micheli.

Theorie und Praxis alle Theile der Baukunst vereinigte, diewir gegenwärtig unter mehrere Gewerkc vertheilt sehen, welcheunter sich in keiner Berührung stehen. Die Kriegs- und Civil--,die Straßen- und Brückenbaukunst und selbst die Kunst, Gar-tenanlagen zu erfinden und auszuführen, scheinen gegenwärtigeben so viele verschiedene Künste zu seyn, deren Gesammtauö-übung mit jener der Architektur im eigentlichen Sinne, unter-sagt ist. Wir wollen die Gründe nicht untersuchen, welchedie neueren Regierungen bewogen, die Ausübung aller dieserTheile einer und der nämlichen Kunst durch besondere Insti-tutionen zu trennen; aber wir können uns nicht enthalten, aufdas Resultat dieser Theilung in der Ausübung jedes dieserZweige aufmerksam zu machen.

Es mußte daraus hervorgehen, was sich, wie wir sehen,zum großen Nachtheil der Architektur wirklich ereignet: daßnämlich die Einen, die sich blos mit der Construktion, mitihrem praktischen Verfahren und dem Materiellen der Kunstbeschäftigen, in dem, was sie bauen, weder Geschmack nochSinn für schöne Verhältnisse, noch für die Anmuth reicherVerzierungen verrathen, während die Anderen, die sich zu sehrden Spekulationen der Kunst in Zeichnungen und Projektenüberlassen, den positiven Kenntnissen der Construktion, welcheman durch die Praxis allein erlangen kann, sehr oft fremdbleiben.

Das Beispiel Sän Mtcheli's, welcher Militär- und Civil-Jngenieur und zugleich ein sinnreicher Architekt und erfahrnerBaumeister war, zeigt uns in seinen Werken die glücklicheUebereinstimmung aller Theile der Wissenschaft und der Kunst,so wie die Unterstützung, die sie sich gegenseitig gewähren. Dergeschickteste Baumeister (6onslructeur) in seinen Werkenreiner Architektur, wußte Niemand besser als er den Reizder Architektur in seine Werke reiner Construktion zuübertragen.