Julius Romauus.
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Der nämliche Mann wußte damals von den mechanischenArbeiten der Baukunst zu den poetischsten Erfindungen derVerzierungskunst überzugehen; und von dem nämlichen Genie,welches jene Werke des Bedürfnisses schuf, die bestimmt waren,den Jahrhunderten zu wiverstehen, gingen auch jene glänzen-den Compositionen aus, blos erfunden, bei den öffentlichenFesten das Vergnügen von einigen Tagen zu erhöhen. Sothat Julius Romanus bei der Durchreife Karls V. durchMantua . Er bot Alles auf, was ein fruchtbares Genie inder Benutzung aller Künste nur für Hülfsmittel erfinden konnte,den öffentlichen und Privatvergnügungen jenes Verdienst zugeben, welches mit der Pracht und Herrlichkeit des Schau-spiels, die Mannigfaltigkeit und Fröhlichkeit zu verbindenweiß, welche den Reiz desselben ausmachen. Der Kaiserüberhäufte den Künstler mit Lobeserhebungen und glaubte sichfür den bei dikskr seiner Aufnahme bewiesenen Eifer Gonzagasnicht erkenntlicher zeigen zu können, als indem er das Mar-quisat Mantua zu einem Herzogthum erhob.
Es ist sehr wahrscheinlich, daß zur Zeit der Durchreise KarlsV. durch diese Stadt, Julius Romanus schon sehr weit inder Erbauung des Palastes vorgerückt, welcher in Bezugauf Architektur das merkwürdigste Werk dieses Künstlers war.
Der Name lL, welchen dieser Palast führt, kömmt nicht,wie mehrere gesagt und andere wiederholt haben, von derForm seines Planes her, welche die des lateinischen 1 seynsollte. Der Plan des Gebäudes widerlegt diese Ableitungzu Genüge. Es scheint nach der Meinung der glaubwürdig-sten Geschichtschreiber, daß das Wort 1L eine Abkürzung,oder wenn man will, eine Verstümmlung des Wortes lajettooder st?ejeiw sei, welches in der Landessprache Schnitt oderAbzugsgraben bedeutete, den man dem Abfluß des Wassersgegeben, und daß diese örtliche Benennung auf den Platzangewandt, auf welchen in der Folge der Palast erbaut worden.