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Michel Angelo Bonaroti.
der Materie zu geben vermag: Alles dieß war der Erfindungund Ausführung der Werke des fünfzehnten Jahrhundertsfremd geblieben. Die Werke Michel Angelo's in der Bild-hauerei machen sich durch eine Originalität bemerkbar,welche durchaus weder die Modelle des Alterthums, noch dieUeberlieferungen des fünfzehnten Jahrhunderts an denselbenerkennen läßt. -
Hierüber müssen wir uns umständlicher erklären. Neh-men wir als Gegenstände der Verglcichnng die berühmtestenBildsäulen Michel Angelos: seinen Bachus in der Gallerievon Florenz , seine Grabmäler der Medicis, seinen Christusam Kreuze in der Minerva zu Rom , seine Gruppe derbarmherzigen Mutter in der St. Peterskirche, seines Moseszu 8sn Uietro in Vincoli , und vergleichen diese Standbil-der mit dem Alterthume, in Beziehung auf Grundsatz, Formund Verhältniß, auf Correktheit in den Details, auf Charak-ter, Schönheit und Ausdruck, auf Adel in den Stellungen undLagen, auf Styl im Faltenwurf, in den Anzügen und denKopfzierden: was sehen wir? — In dem Bachus die Idee,die Stellung und den Ausdruck eines Halbbetrunkenen, eineziemliche Weichheit der Formen, aber nicht die mindesteÄhnlichkeit mit allen alterthümlichen Bildsäulen des Bachus,welche zu jener Epoche noch nicht gekannt waren. Wasfindet man in den vier allegorischen Figuren des Grabmalsvon St. Loren; ? — Viel Bewegung und Kühnheit in derZeichnung und Ausführung der Männer, ein Gefühl vonWahrheit mit Uncorrektheit vermischt und eine gewisse An-muth in den Stellungen der beiden Weiber, aber weder Adelnoch Schönheit. Dem Urheber dieser Figuren scheint beider Erfindung und Ausführung derselben durchaus keine Ideevon Alterthum vorgeschwebt zu haben. An dem Christusam Kreuze in der Kirche Minerva bemerkt man, ungeachteteiner regelmäßigern und vollendeter« Ausführung, weder den