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Michel Angelo Bonaroti.
Wir hielten diese Prämissen für unumgänglich, um auchden Werth und die Art des Verdienstes Michel Angelo's inder Architektur beurtheilen zu können, worin er eben so we-nig von einem Meister dieser Kunst Unterricht erhielt.
Man weiß, daß besonders zu jener Epoche, das Studiumund die Technik der drei Künste sich in der Praxis unterder allgemeinen Idee der zeichnenden Kunst vereinigt fanden.Michel Angelo war demnach dadurch Architekt, daß er eingroßer Zeichner war, was man nämlich damals unter Zeich-nen verstand. Was den Geschmack betrifft, den er in derArchitektur befolgen sollte, so hätte wahrscheinlich nur derGeschmack Bruneleschi's einigen Einfluß auf den Seinigenausüben können, wenn bei den Gebäuden des vierzehntenund fünfzehnten Jahrhunderts die Säulenordnungen, dieverschiedenen Verhältnisse, die Details und die Verzierungenüblicher gewesen wären, welche die Hülfsmittel der Kunstvermannigfaltigen und dem Künstler ein weites Feld zu sei-nen Erfindungen eröffnen. Wir müssen aber bemerken, daßzu der Epoche, als Michel Angelo erschien, die Ueberresteder alterthümlichen Architektur "in der allgemeinen Meinungnoch bei Weitem nicht die Achtung genossen, die sie seithererlangt. Der alterthümliche Geschmack war erst im Wieder-aufleben und konnte nur der Geschmack einiger Partikularenseyn. Michel Angelo war demnach hierin, mehr als manglaubt, der Unabhängigkeit, d. h. seinem eigenen Geschmackeüberlassen.
Das erste Werk, welches man als der Architektur unge-hörig, von ihm anführen kann, war das Modell des großenGrabmals Julius II. , wovon uns eine, obgleich nur flüch-tige Zeichnung die allgemeine Idee, die Masse und die An-ordnung aufbewahrt.
Es sollte eine, von allen Seiten frei stehende, 36 Fuß8 Zoll lange und 24 Fuß hohe, durchaus gemauerte Masse