Band 
Erster Band.
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Sansovino.

Zu den Beispielen und dem guten Unterrichte desselbenfugte der junge Sansovino noch einen sehr glücklichen Eifer,den man nicht häufig in den Schulen findet, wo der Wett-eifer manchmal weniger Mitbewerber als Neider erweckt.Ein von dem nämlichen Geschmacke geleitetes gemeinsamesund unermüdetes Streben, obgleich in zwei verschiedenenKünsten, hatte sehr frühe schon Andreas del Sarto und San-sovino durch eine innige Freundschaft vereinigt. Natürlichfand unter ihnen ein wechselseitiger nützlicher Austausch ihrerFähigkeiten Statt. Das Studium der Zeichnungskunst, wel-ches sie gemeinschaftlich verfolgten, brachte in ihre Arbeiteneine solche Gleichförmigkeit der Manier, daß ihre Werke,mit Unterschied des Stoffs, von einer und derselben Handzu seyn schienen. Unter denjenigen, welche nach den berühm-ten Cartons Michel Angelo's zeichneten, finden wir Andreasdel Sarto und Sansovino gemeinschaftlich erwähnt.

Man könnte von Letzterem, hinsichtlich seiner vielen undmerkwürdigen Werke, noch eine zweite, eben so interessante,Geschichte schreiben, wenn man ihn als Bildhauer erstenRangs betrachten wollte, der er wirklich war, ehe die Ar-chitektur, die anfänglich nur einen Theil seines Studiumsausmachte, sich Seiner ganz bemächtigt. Das bloße Namens-verzeichniß seiner Bildhauerarbeiten ist so zahlreich, daß wirdasselbe hier, wegen der nöthigen Beschränkung des Raumeseben so wenig in seinem ganzen Umfange mittheilen könnten, alses uns, ohne in Verlegenheit zu gerathen, möglich wäre, diejeni-gen darunter auszuwählen, die einen besondern Vorzug verdie-nen. Wir sehen uns deswegen genöthigt, unsere Leser, welchediesen Künstler in den beiden Beziehungen, als Bildhauer undArchitekten kennen zu lernen wünschen, auf die Geschichte des-selben von Vasari, besonders aber von Temanza zu verweisen.

Wir haben schon bei mehr als einer Gelegenheit bemerk-lich gemacht, das jene praktische Verbindung der Arbeiten,