Vignola. 307
Kirche des heiligen Andreas bekannt ist. Ihre Masse bildetein längliches Viereck, über welche sich eine ovale Kuppel erhebt.Diese ist von außen, nach Art des Pantheons, durch dreigroße Stufen verstärkt. Das Innere ist eben so, wie dasAeußere, mit einer Ordnung korinthischer Pilaster geziert. DasGesims ist hier ohne Karnieß: eine Unterdrückung, die nachdem ursprünglichen Systeme der griechischen Architektur mit derAnwendung der Säulenordnungen im Innern der Gebäudeals sehr wohl verträglich betrachtet werden kann. Der Thüregegenüber befindet sich in einem vertieften Theile der Hochaltar.Auf den beiden großen Seiten des Vierecks erhebt sich eineNische, deren Kämpfer sich bei den Mastern endigt. DieVorderseite des Gebäudes bildet außen ein nur wenig hervor-stehender mit korinthischen Mastern und einem Giebel gezier-ter Vorbau; das Ganze stimmt völlig mit dem Innern über-cin. Die Thüre ist von schöner Einfachheit und das Verhält-niß der neben derselben befindlichen nischenförmigen Fensterdem Ganzen sehr entsprechend. Man kann blos an den Ver-zierungen, die sich zwischen den Kapitälern der Pilaster befin-den, einen etwas willkürlichen Geschmack rügen. Der Plandes ganzen Gebäudes ist sehr gut erfunden und seine Einthei-lung verständig. In dem allgemeinen Aufrisse, sowohl imInnern als im Aeußern, findet man den Styl und die Ma-nieren des Alterthums den neueren Gebräuchen und Gewohn-heiten so schön angepaßt, als man es nur wünschen kann.
Vignola rcparirte, oder besser zu sagen, stellte für dieGrafen von Monti den Palast wieder her, welcher in derFolge an die Großherzoge von Toskana überging und den manzu Rom gewöhnlich den Palast von Florenz nennt. Zu einemandern Gebäude für die Grafen von Monti, dem PalasteBorghese gegenüber, legte er die Fundamente; aber es wurdenicht über den Untersatz hinaus aufgeführt. Man kennt vonihm noch einige andere Werke, denen Trotz ihrer geringen
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