Rom und immer leidenschaftlich dem Studium seiner Altenthümer ergeben.
Als Resultat dieser Studien erschien von ihm im Jahre1564 ein kleines Werk über die alterthümlichen Denkmäler,welches, obgleich es nicht sehr ausführlich war, dennoch mitallgemeinem Beifall aufgenommen und sowohl zu Rom alszu Venedig wieder aufgelegt wurde.
Nachdem Palladio in seine Vaterstadt zurückgekehrt undsich dort häuslich niedergelassen, erwarb er sich balv einen aus-schließlichen Ruf. Jeder beeiferte sich, einen, nach seinen Zeich-nungen ausgeführten Palast in der Stadt oder auf dem Landezu haben. Hier würde nun, wenn es der Plan unsers Wer-kes erlaubte, die Beschreibung jener unendlich vielen, in ihrerErfindung so mannigfaltigen, in ihren Aufrissen so sinnreichenund eleganten Gebäude von so ausgesuchtem Geschmacke, indem Gebiete der Venetianischen Staaten beginnen.
Aber wie mit Worten gewisse Arten von Schönheiten be-schreiben, für die wir gar keine Ausdrücke haben? Zu denSchwierigkeiten, welche die verschiedenen Details dem Biogra-phen dieses fruchtbaren Architekten, wenn er sich auf die Be-schreibung derselben einlassen wollte, verursachen würden, geselltsich noch eine Andere. Wir wüßten nämlich wirklich nicht,unter welchen Namen wir gegenwärtig die Meisten dieser herr-lichen Wohnungen bezeichnen sollten, die in Folge der politi-schen Ereignisse unserer Zeit so oft schon ihre Eigenthümergewechselt. Die in den früheren Beschreibungen angeführtenNamen können uns nicht mehr dienen, und wir haben keinMittel, uns zu versichern, daß die Namen der jetzigen Besitzerdieser Paläste sie besser bezeichnen würden. Man müßte noth-wendig ein ganz neues Werk von Palladio schreiben, worinjedes seiner Gebäude nach dem Namen und der Straße derStadt und den Orten und Landgütern bezeichnet würde, wosich dasselbe befindet.