lern der Arkaden halb eingemauert, deren Bogen ebenfalls aufeinzelnen kleinen Säulen ruhen. Das dorische Gesims ist mitTriglyphen und Metopen geziert; das jonische trägt eine Ba-lustrade, welche die Brustlehne einer rings herum laufendenPlatforme bildet, über die sich gleichsam als Stütze des Dacheseine Art yon Attika erhebt, deren Pfeiler zwischen den Säulenmit runden Oeffnungen durchbrochen, welche der alten Con-struktion des großen Saales angehören, der durch dieselbensein Licht erhält. Der Plan und der Durchschnitt dieses Ge-bäudes können allein die Geschicklichkeit augenscheinlich machen,mit welcher Palladio die Stützen der neuen äußern Säulen-ordnung mit denen, welche die alten Pfeiler des Innern bilden,in die genaueste Uebereinstimmung zu bringen wußte. Wirk-lich kann man in der glücklichen Restauration, welche diesesganze Gebäude verjüngte und ihm den Werth einer wahrhaftneuen Existenz gab, sowohl die Schönheit der Materialien,als die Reinheit der Ausführung und die Feinheit und Kor-rektheit der Details, welche das Verdienst jeder Architekturvollständig machen, kaum genug bewundern.
Dem Ruhme, welchen Palladio sich durch dieses Werkerwarb, verdankte er die Ehre, nach Rom berufen zu werden,wohin er zum vierten Male zurückkehrte. Es handelte sichdarum, die Entwürfe der neuen St. Peterskirche zu bestimmen.Triffino hatte ihn dem Papst Paul III. empfohlen; dieser starbaber noch vor der Ankunft Palladio's und Triffino nicht langenachher. Indessen wußte unser Architekt seinen neuen Aufent-halt in Rom sehr wohl zu benutzen. Er begann, die meistenalterthümlichen Gebäude, als: Theater, Amphitheater, Tri-umpfbogen, Tempel, Bäder, Grabmäler u. s. w. von Neuemauszumessen und abzuzeichnen. Wahrscheinlich fand er ebendamals Gelegenheit, einige Projekte von seiner Erfindung aus-führen zu lassen, wenn man diese Arbeiten nicht lieber einerandern Reise beimessen will; denn er war an fünfmal in