indem er verfuhr, nicht als wenn er zu ihrer Zeit lebte,sondern wie sie selbst verfahren würden, wenn sie in derScinigen wicdcrauflebtcn. Das Hauptsystcm der Alten, sowie wir es in ihren Denkmälern kennen lernen, und wie esuns ihre ganze Architektur zeigt, bestand darin," daß sie zumRegulator der typischen Form einer jeden Gattung von Ge-bäuden eine Grundursache annahmen, die aus der Naturder Dinge, das heißt, aus den durch das Bedürfniß befoh-lenen Gebräuchen abgeleitet war. Von diesen ersten Elemen-ten ausgehend, die ihnen bei den wesentlichen Theilen ihrerArchitektur zum Leitfaden dienten, richteten sie sich, immerin Folge des nämlichen Prinzips, hinsichtlich des, einemjeden Gebäude zu gebenden Charakters, nach der ursprüng-lichen Form, welche das Bedürfniß und die daraus entsprin-genden Erfordernisse zunächst dafür vorschrieben.
So machte es auch Palladio. Er fand, daß zwischender Form der heidnischen Tempel und der, der christlichenKirchen nicht mehr Ähnlichkeit herrsche, als zwischen denCeremonien und den äußeren Gebräuchen der beiden Reli-gionen. Statt demnach den angenommenen Gebräuchen undgeheiligten Meinungen, so wie dem durch andere Institutio-nen vorgeschriebenen Systeme der Construktion und des Auf-risses Gewalt anzuthun, suchte er sich vielmehr nach demersten Typus der Denkmäler des Christenthums, nämlichnach dem der Basilika, dem einzigen Gebäude zu richten,welches gleich vom Anfange an geeignet war, die zahlreicheVersammlung aufzunehmen, welche der christliche Kultus inseinem weiten und geräumigen Innern vereinigte. Da esbei den Kirchen, wie ehemals bei den Basiliken gebräuchlichwar, dem mittlern Schiffe eine größere Höhe als den Sei-tenschiffen zu geben, wollte er, daß statt jener willkührlichenVorderseiten, die mit dem Gebäude selbst durchaus in keinementsprechenden Verhältniß standen, die Drdnung des Innern