Band 
Zweiter Band.
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Andrea Palladio . 19

sich in dem Portale gleichsam beschrieben und augenscheinlichdargestellt finde.

Um die Uebereinstimmung des Verhältnisses und der An-ordnung zwischen dem Innern und Acußern, zwischen demKörper und dem Haupte zu bewirken, wollte er, das; dasPortal, indem es die inneren Linien der Construktion wie-derholte, aus einer großen, auf Piedestalen erhöhten Säu-lenordnung, mit einem dem Dache des großen Schiffesangepaßten Giebel bestehen sollte. Indem er ferner annahm,daß die Masse der Nebenseiten einen gemeinschaftlichen Giebelhätten erhalten können, wenn er nicht durch den Aufriß desMänffs durchschnitten worden, behielt er auf jeder Seite nur

Scitengiebel mit einem Theile des Gebälkes bei, welchesWk Ordnung von Pilastern trägt, die um die Hälfte klei-ner, als die Säulen in der Mitte sind. So findet sich vonaußen die Anordnung der ganzen Construktion des Gebäudesausgesprochen. Diese Partie, gegen welche zwar eine strengeKritik manche Einwendungen erheben könnte, scheint indessenimmer verständiger, als die der Portale, welche dem Systemdeö Aufrisses von Kirchen mit Nebenseiten, welche niedrigerals die Schiffe sind, durchaus fremd, blos als etwas Ucbcr-flüssiges erscheinen, das nicht zum Werke gehört.

Das Innere der Kirche von St. Georg Major bildetein lateinisches Kreuz, dessen vier Arme durch eine Kuppelvereinigt sind. Man findet hier allenthalben einen verstän-digen Charakter, eine treffliche Ausführung, einen Styleinfacher, edler und wohl angeordneter Details. Der Chor,welcher dem ursprünglichen Plane hinzugefügt zu seyn scheint,bietet in der Anordnung der Fenster eine so genaue Nach-ahmung des Alterthums dar, daß man in derselben die An-ordnung der Nischen des Dianen-Tempels zu Nimes zuerkennen glaubt, welchen Palladio besucht und mit den übri-gen Alterthümern dieser Stadt abgezeichnet und ausgemesscn.

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