Band 
Zweiter Band.
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28 Philibert Delorme .

bäude, sich statt des französischen Fußes des alten römischenzu bedienen, wovon er ihm die richtige Länge und Eintei-lung nach einem antiken Marmorsteine gab, auf welchemdieselben eingegraben waren.

Bereichert mit den Nachlässen des Alterthums kehrte De-lorme im Jahre 1536 nach seiner Vaterstadt Lyon zurück.

Sein Probestück war das Portal von Saint-Dizier , wel-ches eine große, mit Säulen oder Pilastern dorischer Ordnungund mit Nischen zwischen den Säulenweiten gezierte Vertie-fung darstellt. Die Ausführung dieses Werkes wurde durchdie Reise unterbrochen, welche er auf Veranlassung des Kar-dinals du Belley nach Paris unternahm. Sie konnte inder Folge nicht fortgesetzt werden, und das Denkmal bliebbis auf den heutigen Tag unvollendet. Es wird es auchferner bleiben, so lange man sich nicht entschließen wird,den Glockenthurm abzubrechen, der sich über eine der Sei-tenpforten erhebt und sich oben in eine sehr hohe steinerneSpitze endigt.

Man bewundert auch von diesem Künstler in der Straßeäs 1a luivorie zu Lyon die Construktion von zwei freitra-genden steinernen Erkern von sehr geschicktem Steinschnittund einer, für jene Zeit, kühnen Ausführung. Ihr Vor-sprung ist hinsichtlich des Platzes, den sie einnehmen, sehrbedeutend und beträgt ungefähr drei Viertheile ihrer Peri-pherie. Sie befinden sich an den beiden entgegengesetztenEcken des Gebäudes. Jeder dieser beiden Erker trägt einvorspringendes Kabinett auf einer aus Arkaden und, mitionischen Säulen gezierten, Pfeilern gebildeten Gallerie,welche beide Kabinette mit einander verbindet, die ebenfallsmit Säulen von der nämlichen Ordnung geziert sind.

Nachdem der Kardinal du Belley Delorme nach Paris gezogen, führte er ihn am Hofe Heinrichs II. und seinerSöhne ein. Die hauptsächlichsten Arbeiten, mit denen er