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Zweiter Band.
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Philibert Delorme . 29

damals beauftragt wurde, sind nicht mehr vorhanden. Manmuß sich daher begnügen, als Solche den großen, hufeisen-förmigen Hof zu Fontainebleau , die Schlösser von Anet undMeudon , die Restaurationen der königlichen Häuser von Vil-lers-Cotterets, de la Muette, von Samt-Germain-en-Layeanzuführen. Da er zu Visiers-Cotterets nicht sogleich undohne große Kosten Säulen aus einem einzigen Blocke habenkonnte und sie demnach aus mehreren Stücken zusammensetzenmußte, verfiel er darauf, die Fugen durch verzierte horizon-tale Bänder zu verbergen. Dieß war vermuthlich der ersteVersuch zu jenen zusammengesetzten und gleich verzierten Mar-morsäulen, deren er sich nachher bei dem Palaste der Tuilerienbediente, wovon wir weiter unten sprechen werden.

Eines der ausgezeichnetesten Werke Philibert Delorme's war das Grabmal der Valois bei der Kirche von Saint-Denis. Dieses Denkmal, welches im Jahre 1719 wegen desGefahr drohenden Zustandes seiner Construktion abgebrochenwerden mußte, ist fast nur noch durch die Zeichnungen davonbekannt, welche Marot in Kupfer gestochen. Es bildete ein-zirkelförmiges, außen mit einer dorischen und einer jonischenSäulenordnung geziertes Gebäude, und zählte in jeder Etagevier und zwanzig Säulen. Das Ganze endigte sich mit einerzurücktretenden, oben mit einer Laterne gekrönten Kuppel. ImInnern war die Architektur noch viel reicher. Von den beidenSäulenordnungen war die Eine eine korinthische, die Andereeine zusammengesetzte und ihre Anordnung wiederholte mitvieler Einheit und Regelmäßigkeit die des Aeußern.

Dem Philibert Delorme und Primaticio verdankt mandas berühmte Grabmal Franz I. in der Kirche von Saint-Denis. Die Architektur spielt hier, wie man weiß, die Haupt-rolle. Es stellt, wiewohl in einem kleinen Maaße, die Ideeund die Form eines Portikus oder Bogens mit drei Oeffnunrgen dar. Die Mittlere, welche breiter ist als die beiden